Linsen mit Kürbis und Mangold

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Ich sage es ja nur ungern, aber dieses so schlicht wirkende Gericht gehört wirklich zu den besten, die mir jemals eingefallen sind. Sonst arbeite ich mich ja eher an den Klassikern ab, wirkliche Neukreationen sind selten und oft stehen sie hinter den Klassikern zurück. Aber diese Harmonie der, mir zumindest nicht als klassisch bekannten Kombination aus Linsen, Kürbis und Mangold, ist wirklich erstaunlich. Was das Gericht zudem raffiniert, und auch gar nicht so ganz anspruchslos in der Zubereitung macht, ist, dass jede Komponente separat gegart wird und man alles erst am Ende zusammen fügt. Das sorgt für den perfekten Garpunkt der einzelnen Gemüse und auch dafür, dass alles seinen Charakter behält. Ich meine aber, das kriegt jeder hin, nur ein bisschen Zeit und Sorgfalt braucht es, aber die wird belohnt und ich verbringe sowieso immer gerne Zeit in der Küche. Ach so, extrem leicht und vegan ist das Ganze auch noch. Und es passt perfekt in den Spätherbst.

Gelber Borschtsch

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Seit mir einmal eine gute Freundin, die viel in Russland ist, gezeigt hat, wie einfach es ist, einen Borschtsch zu kochen und wie gut der tut, besonders, wenn es draußen dunkel und kalt wird, gehört dieses Gericht zu meinen absoluten Lieblingseintöpfen. Ich glaube, DAS Borschtsch Rezept gibt es nicht. Am bekanntesten ist natürlich die Variante mit Roter Beete und Weißkohl. Aber es gibt auch grünen Borschtsch mit Sauerampfer,  Varianten mit Schweinerippchen, Rindfleisch, Speck. Und hier, noch nie gesehen und deshalb irgendwie meine Variante: mit Gelber Beete, die süßer ist und weniger erdig schmeckt als die rote.

Über ein Stigma. Oder: Ob Menschen mit Übergewicht Freude am Essen haben dürfen.

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„Warum sind eigentlich so viele Menschen unzufrieden mit ihrer Figur und so wenige mit ihrem Hirn?“ – Vincent Klink

Dürfen übergewichtige Menschen Freude am Essen haben? Die allgemein verbreitete, kurze Antwort: Nein, dürfen sie nicht. Ein essender Dicker ist allein schon eine Provokation. Tut er oder sie das auch noch mit Freude, ist das eindeutig geisteskrank. Früher, in den Nachmittagstalkshows, waren Dicke, die stolz verkündeten, das sie sich gut fänden, so wie sie seien, maximale Aufreger, auf einer Ebene mit Sozialbetrügern und Ehebrechern. Vielleicht sind wir heute mehr p.c. als damals, aber ich glaube nicht, dass sich an dieser Wahrnehmung viel geändert hat.

Sonntagsessen: Massaman Lamm Curry

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curry

Langsam wird es kälter und dunkler. Ein schöner Aspekt daran: Der Herbst und Winter ist die perfekte Zeit für schmelzend zartes, geschmortes Fleisch mit kräftiger Soße und vielen dunklen Aromen. Sonntag morgen aufstehen, einen schnellen Kaffee und vielleicht ein Butterbrot. Und dann ein Schmorgericht ansetzen, bei niedriger Hitze auf den Herd oder in den Ofen stellen. Und dann rausgehen und ein paar Stündchen später fröstelnd und hungrig heimkommen und schon wenn man in die Bude kommt, riecht es gut. Diese Art von Thai Curry kannte ich lange nicht. Thai Curries waren für mich immer Minutengerichte. Aber es geht auch Low & Slow. Mit tiefen Aromen. Und wärmender Schärfe.

Spaghetti Vongole

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Spaghetti Vongole sind in ihrer Schlichtheit, gleichzeitigen Tiefe, Schönheit und Sexieness für mich eines der besten Gerichte der Welt. Aber es geht, wie alle Gerichte mit wenig Zutaten, nur mit super Produkten: guter, rauer Pasta, frischem Knoblauch und Chilli, bestem Olivenöl und megafrischen, nicht zu großen Vongole. Letztere sind mittlerweile ein teurer Spaß, das Kilo kann schon 25 Euro kosten. Daraus kriegt man aber auch Pasta für drei Personen und ich würde das hier eh nur für Leute machen, die ich sehr mag und die sich drüber freuen. Und dann freu ich mich auch.