Keinen Stress mit Ramen

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Nein, das hat nicht so viele Toppings und die Brühe nicht so viel Tiefe, wie im guten Ramen Laden. Ja, ich hab ein bisschen gematscht und gekleckert beim Anrichten, weil ich Hunger hatte und Fleisch und Ei so weich waren, dass sie mir in den Fingern zerfallen wollten. Aber: War es gut? Auf jeden. War es Stress? Null. Selbstgekochte Brühe mit ein bisschen Misopaste. Zuckerschoten, Schweinebauch, weiches Ei. Nennen wir’s „zu Hause Ramen“, oder einfach: „saugeile Nudelsuppe“.

Lockdown Lektüre

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Eines der wenigen Dinge, die mir im Lockdown Freude machen: Neues in der Küche lernen. Letztes Jahr, besonders Dank School of Wok halbwegs authentisch Chinesisch Kochen, inkl. dem Umgang mit einem richtigen Wok. Und jetzt immer mehr das herzhafte Backen. Schon lange zuvor war mein großes Ziel: Italienisch Kochen, wie ein Italiener. Ich glaube, das habe ich wirklich mittlerweile drauf. Extrem geholfen und vor allem Lust drauf gemacht haben die Bücher von Claudio del Principe, der auch einen großartigen Blog, Anonyme Köche betreibt. Speziell „A mano“, also „per Hand“ hat mir die wunderbare Welt der frischen Pasta geöffnet. Ich glaube, alle, die das schon immer mal machen wollten, sollten mal einen Blick in das Buch werfen. Denn irgendwie lenkt einen das kraftvolle Kneten, vorsichtige ausrollen und konzentrierte Füllen eines Nudelteigs ab, von der allgemeinen Tristesse. Und das Essen schließlich, macht garantiert glücklich.

Meine ersten Karjalanpiirakka

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Karjalanpiirakka, karelische Piroggen, sind eines der beliebtesten finnischen Nationalgerichte. Und da ich mich im Lockdown zuletzt ganz gut mit (herzhaftem) Backen beschäftige, war das heute hier mal dran. Und ich finde, wenn auch ein bisschen ungleichmäßig, sind sie fürs erste Mal gut geworden. Die dünnen, herzhaften, mit leicht gesalzenem Milchreis gefüllten Fladen ist man traditionell mit einer Mischung aus hart gekochten Eiern und Dill. Und darauf kann man noch geben, was man will: Krabben, Räucherfisch, Schinken, ein bisschen Rohkost. Und ich finde, sie passen mit ihrer milden, zugleich kernigen und sättigenden Art gut in das aktuelle Mistwetter. Am besten zusammen mit einem großen Glas Milch. Ich habe das ohne Abweichung nach Rezept gemacht, besonders schön beschrieben finde ich dieses hier.

Kneipentour im Lockdown

Allgemein, fühlen

1:1 letzte Nacht geträumt: Eine mittelgroße, graue Stadt in NRW. Später Nachmittag. Corona Lockdown. Ich bin für irgendeinen Abend-Job da. Trommeln. Mit irgendwem, irgendwo. Zu meiner Überraschung haben aber die Kneipen auf. Und die Restaurants. Was ich mir seit einem Vierteljahr sehnlichst wünsche: Ein Bier vom Fass. In einem schönen Glas. Von einer netten Bedienung gebracht und vor mir auf einen Bierdeckel hingestellt. Nur eins. Ich muss ja noch spielen. Die erst beste Kneipe. Verraucht. Nicht schlimm. Aber an jedem Tisch brutal aussehende, wirklich unangenehme Typen mit Glatze. Vielleicht besser nicht. Weiter. Nächster Laden. Schick. Ein bisschen zu schick. Ich schaue an mir runter. Ich trage enge, blaue Shorts, die nicht mal über die Knie reichen. Und ein weißes, zu enges T-Shirt mit Flecken drauf. Eine der aufgedonnerten Bedienungen mustert mich kurz von oben bis unten. „Schick.“ sagt sie angewidert. Bloß raus. Der nächste Laden: Nicht zu nobel für mein abgerissenes Äußeres. Zapfanlage hinter dem Tresen. Ich suche ewig nach einem freien Platz. Klemme mich schließlich hinter einen wackeligen Hochtisch mit ebensolchem Barhocker. Kann doch nicht so schwer sein. Die Bedienung bringt mir gleich zwei große Biere. Dann riecht sie kurz an dem einen. Und dann dem anderen. Und verzieht das Gesicht. „Die sind irgendwie verdorben, ich nehme die wieder mit.“ Verdammt. Die Zeit wird knapp. Dann: Brauhaus Dingsbums. Dunkles Holz. Reichlich Platz. Nette Leute. Die Bedinung bringt ein Bier. Ein kleines. Ein Warsteiner. Mit einer halben Zitronenscheibe drin. Und zusammengefallenem Schaum. Ich stehe auf. Und gebe auf.