Crostini mit geschmortem Chicorée und Apfel

schmecken

Manche Produkte vergisst man einfach, oder man weiss nichts mit ihnen anfangen, oder man hat irgendwie schlechte Erinnerungen an sie. Ich glaube, mit Chicorée geht es vielen Leuten so. Es gibt ihn, aber keiner isst ihn. Und wenn, dann irgendwie roh, so als Gesund-Kost. So wie hier, geschmort, mit ein bisschen Butter und Zucker oder Honig, frischem Pfeffer und Apfelwürfeln ist er einfach der Hammer, als schnelles Abendessen oder, in kleinerer Portion als Vorspeise, die mit ihren schönen Bitterstoffen Appetit auf mehr macht.

Getrüffelte Kürbisgnocchi

schmecken

Wenn man, statt „mit Trüffeln“ auf einer Speisenkarte den Begriff „getrüffelt“ liest, kann man sich relativ sicher sein, das Chemie im Spiel ist, besonders, wenn das Gericht um die 20 Euro kostet. Dialog beim Stammitaliener: „Eeeeh Signore, ik maake dir große Teller Pasta mitte de Truffel obendraufe. Speziale!“ Zehn Minuten später riecht man das Gericht schon, wenn es aus der Küche kommt, meist mit Trüffelöl, und ein paar geschmacksarmen Scheibchen Sommertrüffel. Trüffelöl ist reine Chemie, es ist im Basisprodukt kein Gramm Trüffel enthalten. Und alle Trüffelprodukte, die den Begriff „Aroma“ in der Zutatenliste führen, enthalten das Zeug und ich würde die Finger von ihnen lassen. In meinem Lieblingsladen Frischeparadies (kleine, feine Kette) und sicher auch in manchem italienischen Delikatessengeschäft gibt es aber Peccorino, mit schwarzem Trüffel und ohne Chemie. Ein 250 Gramm Stück kostet 15 Euro und damit kann man locker Pasta, Risotto oder, wie hier, Gnocchi für vier machen, und zusammen ein bisschen puren, natürlichen Luxus erleben, ganz ohne „Aroma“.

Dötsch.

schmecken

Dötsch. Dieses Wort sollte man eigentlich erstmal wirken lassen. Es ist der Name eines Gerichts aus meiner Heimat Thüringen, ein ganz spezieller Heringssalat, der bei uns traditionell am 24.12. gegessen wurde, und zwar NUR dann. Die Zubereitung oblag meinem Großvater und das Gericht verkörpert für mich den Geschmack von Weihnachten mehr als Gänsebraten und Lebkuchen. Ich wollte das hier schon ganz lange mal bringen, denn ich glaube nicht, dass es viele kennen, aber es ist wirklich ganz großartig, perfekt in der kalten Zeit aber wirklich zu schade, um es nur an Weihnachten zu essen. Besonders ist die Kombination von Fisch und Fleisch, der Geschmack ist leicht, würzig, säuerlich, fruchtig und wunderbar erfrischend. Kein Vergleich zum süß-sauren Majonaisse-Alptraum, der einem normalerweise als Heringssalat angedreht wird. Zu dem kühlen Salat dann noch schöne, mehlige Pellkartoffeln mit ein bisschen Butter und Salz. Mehr geht nicht.

Winterpasta: Orecchiette con lenticchie

schmecken

Ja, schon wieder Linsen, aber so gut, dass ich drüber schreiben muss. Ich weiss gar nicht, ob das so ganz genau wirklich ein italienisches Gericht ist. Aber die Kombination aus Linsen und Pasta ist ein klassische, ja auch bei uns in Deutschland in Form von Linsen mit Spätzle. Das hier hat ein bisschen mehr Biss und eine etwas frischere Würzung. Und wärmt und schmeckt einfach umwerfend.

Linsen mit Kürbis und Mangold

schmecken

Ich sage es ja nur ungern, aber dieses so schlicht wirkende Gericht gehört wirklich zu den besten, die mir jemals eingefallen sind. Sonst arbeite ich mich ja eher an den Klassikern ab, wirkliche Neukreationen sind selten und oft stehen sie hinter den Klassikern zurück. Aber diese Harmonie der, mir zumindest nicht als klassisch bekannten Kombination aus Linsen, Kürbis und Mangold, ist wirklich erstaunlich. Was das Gericht zudem raffiniert, und auch gar nicht so ganz anspruchslos in der Zubereitung macht, ist, dass jede Komponente separat gegart wird und man alles erst am Ende zusammen fügt. Das sorgt für den perfekten Garpunkt der einzelnen Gemüse und auch dafür, dass alles seinen Charakter behält. Ich meine aber, das kriegt jeder hin, nur ein bisschen Zeit und Sorgfalt braucht es, aber die wird belohnt und ich verbringe sowieso immer gerne Zeit in der Küche. Ach so, extrem leicht und vegan ist das Ganze auch noch. Und es passt perfekt in den Spätherbst.

Gelber Borschtsch

schmecken

suppe.jpg

Seit mir einmal eine gute Freundin, die viel in Russland ist, gezeigt hat, wie einfach es ist, einen Borschtsch zu kochen und wie gut der tut, besonders, wenn es draußen dunkel und kalt wird, gehört dieses Gericht zu meinen absoluten Lieblingseintöpfen. Ich glaube, DAS Borschtsch Rezept gibt es nicht. Am bekanntesten ist natürlich die Variante mit Roter Beete und Weißkohl. Aber es gibt auch grünen Borschtsch mit Sauerampfer,  Varianten mit Schweinerippchen, Rindfleisch, Speck. Und hier, noch nie gesehen und deshalb irgendwie meine Variante: mit Gelber Beete, die süßer ist und weniger erdig schmeckt als die rote.