Dötsch.

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Dötsch. Dieses Wort sollte man eigentlich erstmal wirken lassen. Es ist der Name eines Gerichts aus meiner Heimat Thüringen, ein ganz spezieller Heringssalat, der bei uns traditionell am 24.12. gegessen wurde, und zwar NUR dann. Die Zubereitung oblag meinem Großvater und das Gericht verkörpert für mich den Geschmack von Weihnachten mehr als Gänsebraten und Lebkuchen. Ich wollte das hier schon ganz lange mal bringen, denn ich glaube nicht, dass es viele kennen, aber es ist wirklich ganz großartig, perfekt in der kalten Zeit aber wirklich zu schade, um es nur an Weihnachten zu essen. Besonders ist die Kombination von Fisch und Fleisch, der Geschmack ist leicht, würzig, säuerlich, fruchtig und wunderbar erfrischend. Kein Vergleich zum süß-sauren Majonaisse-Alptraum, der einem normalerweise als Heringssalat angedreht wird. Zu dem kühlen Salat dann noch schöne, mehlige Pellkartoffeln mit ein bisschen Butter und Salz. Mehr geht nicht.

Winterpasta: Orecchiette con lenticchie

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Ja, schon wieder Linsen, aber so gut, dass ich drüber schreiben muss. Ich weiss gar nicht, ob das so ganz genau wirklich ein italienisches Gericht ist. Aber die Kombination aus Linsen und Pasta ist ein klassische, ja auch bei uns in Deutschland in Form von Linsen mit Spätzle. Das hier hat ein bisschen mehr Biss und eine etwas frischere Würzung. Und wärmt und schmeckt einfach umwerfend.

Linsen mit Kürbis und Mangold

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Ich sage es ja nur ungern, aber dieses so schlicht wirkende Gericht gehört wirklich zu den besten, die mir jemals eingefallen sind. Sonst arbeite ich mich ja eher an den Klassikern ab, wirkliche Neukreationen sind selten und oft stehen sie hinter den Klassikern zurück. Aber diese Harmonie der, mir zumindest nicht als klassisch bekannten Kombination aus Linsen, Kürbis und Mangold, ist wirklich erstaunlich. Was das Gericht zudem raffiniert, und auch gar nicht so ganz anspruchslos in der Zubereitung macht, ist, dass jede Komponente separat gegart wird und man alles erst am Ende zusammen fügt. Das sorgt für den perfekten Garpunkt der einzelnen Gemüse und auch dafür, dass alles seinen Charakter behält. Ich meine aber, das kriegt jeder hin, nur ein bisschen Zeit und Sorgfalt braucht es, aber die wird belohnt und ich verbringe sowieso immer gerne Zeit in der Küche. Ach so, extrem leicht und vegan ist das Ganze auch noch. Und es passt perfekt in den Spätherbst.

Gelber Borschtsch

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Seit mir einmal eine gute Freundin, die viel in Russland ist, gezeigt hat, wie einfach es ist, einen Borschtsch zu kochen und wie gut der tut, besonders, wenn es draußen dunkel und kalt wird, gehört dieses Gericht zu meinen absoluten Lieblingseintöpfen. Ich glaube, DAS Borschtsch Rezept gibt es nicht. Am bekanntesten ist natürlich die Variante mit Roter Beete und Weißkohl. Aber es gibt auch grünen Borschtsch mit Sauerampfer,  Varianten mit Schweinerippchen, Rindfleisch, Speck. Und hier, noch nie gesehen und deshalb irgendwie meine Variante: mit Gelber Beete, die süßer ist und weniger erdig schmeckt als die rote.

Sonntagsessen: Massaman Lamm Curry

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Langsam wird es kälter und dunkler. Ein schöner Aspekt daran: Der Herbst und Winter ist die perfekte Zeit für schmelzend zartes, geschmortes Fleisch mit kräftiger Soße und vielen dunklen Aromen. Sonntag morgen aufstehen, einen schnellen Kaffee und vielleicht ein Butterbrot. Und dann ein Schmorgericht ansetzen, bei niedriger Hitze auf den Herd oder in den Ofen stellen. Und dann rausgehen und ein paar Stündchen später fröstelnd und hungrig heimkommen und schon wenn man in die Bude kommt, riecht es gut. Diese Art von Thai Curry kannte ich lange nicht. Thai Curries waren für mich immer Minutengerichte. Aber es geht auch Low & Slow. Mit tiefen Aromen. Und wärmender Schärfe.

Spaghetti Vongole

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Spaghetti Vongole sind in ihrer Schlichtheit, gleichzeitigen Tiefe, Schönheit und Sexieness für mich eines der besten Gerichte der Welt. Aber es geht, wie alle Gerichte mit wenig Zutaten, nur mit super Produkten: guter, rauer Pasta, frischem Knoblauch und Chilli, bestem Olivenöl und megafrischen, nicht zu großen Vongole. Letztere sind mittlerweile ein teurer Spaß, das Kilo kann schon 25 Euro kosten. Daraus kriegt man aber auch Pasta für drei Personen und ich würde das hier eh nur für Leute machen, die ich sehr mag und die sich drüber freuen. Und dann freu ich mich auch.

Wunderbare Schlichtheit: Kürbisrisotto mit Ziegenkäse.

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Dieses Gericht sollte eigentlich Kürbisrisotto mit Ziegenkäse und süß-salzigem Haselnusskrokant heißen. Der hat auch gut gepasst. Aber der Sache am Ende nichts hinzugefügt. Und ich merke wieder einmal: Mein Risotto mag ich am liebsten pur, ohne irgendwelchen Knusper obendrauf oder gar als Beilage. Ein gutes Risotto steht für sich. Und so hier ist es richtig gut.