Winter in Venice

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Es ist kalt. Saukalt. Mit dem Markusplatz im Rücken pflügt sich das Boot durch das pechschwarze Wasser der Lagune. Ungefähr 30 Minuten sind es von hier bis zum Anleger „Fondamente Nuove“, wo ich mein Zimmer habe. Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag. Die Stadt schläft. Vorbei ziehen stockdunkle Hafenanlagen, eine brüchig aussehende Werft. Gespenstisch beleuchtete Lastkräne. Es riecht frisch und modrig zugleich. Bei vielleicht 3 Grad kriecht die feuchte Luft durch die Klamotten. Doch ich will nicht unter Deck. Zu morbide-schön das alles.

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Schlachtfest am Rennsteig

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Haus meines Großvaters (hinten), mit Hühner- und Scheinestall (rechts)

Ich habe schon öfter über die Küche in der DDR geschrieben. Es gibt ja einige drollige TV Dokus über das Thema. Und in denen kommt das Land nicht wirklich gut weg. Halt die Broiler-Enklave, die man erwartet und gerne belächelt. So wie es überhaut meiner Meinung einer vernünftigen Dokumentation des Lebens in diesem Teil unseres Landes jenseits von Stasi-Grusel und Ost-Humor a la „Goodbye Lenin“ mangelt. Aber, zurück zur Küche: War das Kantinen- und Fastfood- Niveau in der BRD damals wirklich so viel höher? Man muss ja sagen, bis in die 80er war ganz Deutschland eine ziemliche Mampf-Wüste – viel und reichhaltig und fertig. Die wirkliche Küche der DDR spielte sich aber nun mal nicht in Mitropa, Kantine und Brolierbar ab, sondern zu Hause. Und da waren die Menschen erfindungsreich ohne Ende. Die Devise lautete: Was es nicht gibt (das Meiste), wird selbstgemacht.

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Kleiner Guide durchs Münchener Westend

Bavaria

Seit nun fast acht Jahren leben wir im Münchener Westend. Einer Gegend, die sich, zumindest für unsere Bedürfnisse, als Glücksfall herausgestellt hat. Hier gibt es am ehesten noch ein Stück altes München. Und vor allem: Ein Stück Normalität und Erdung in einer sonst oft überdrehten, von sich selbst stellenweise entfremdeten Stadt. Langweilig ist es dennoch nicht. Ganz im Gegenteil. Grund genug, das Viertel ein bisschen besser kennen zu lernen – für Münchner und Auswärtige. Mein kommender kleiner Westend-Guide, so ähnlich in der letzten Ausgabe des Lifestyle-Magazins QVEST erschienen, macht vielleicht ein bisschen Lust drauf…

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Mein kleiner Wiesn Guide

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Kurz vor dem kommenden, langen Wiesn-Wochenende, vielleicht ein bisschen (süßer) Senf von mir…. Widerspruch bitte unbedingt und sehr gerne. Ich übe noch. Aber alle Thesen hier wurden mehrfach überprüft.

  • Bayern: Ignorieren – Ihr und NUR Ihr wisst, wie es geht.
  • Tracht: Nicht-Bayern: Ihr könnt es nur falsch machen. Vor zehn und erst recht vor dreißig Jahren ging kein Mensch in der Tracht auf die Wiesn. Irgendwann ging es dann los. Heute würde ich sagen: Wenn Ihr auf Nummer sicher gehen wollt: Jeans und ein schönes Hemd. Wenn Ihr Euch verkleiden wollt: Wirklich kein Ding, macht, was Ihr wollt, aber zwingt keine anderen Nicht-Bayern, es Euch gleich zu tun. Jeder stirbt seinen eigenen (Trachten)Tod. Oder eben nicht.
  • Wenn man einen entspannten Tag haben will, kommt man Wochentags gehen 10 Uhr und sucht sich einen Platz im nicht-reservierten Bereich. (ist mir noch nie gelungen). Oder, noch besser: Man reserviert, ein Jahr vorher (hab ich noch nie gemacht)
  • Wenn das nicht geht: Die schlechteste Zeit, ohne Reservierung in ein Zelt zu kommen, ist von 17:00 bis 19:00 Uhr. Reservierungswechsel.
  • In der Zeit wollen aber viele Menschen ausgehen. Ich empfehle deshalb: Einmal über die Wiesn schlendern, was essen (Hendlbraterei, Ochsenbraterei, Fischer Vroni – würde ich sagen) und dann in einem der netten, beheizten Biergärten der Zelte rumhängen und was trinken. Trotz mäßigem Bier: Beim Löwenbräu ist meistens Platz.
  • Dann kann man sich in ein Zelt mogeln. Am besten einfach an einen Tisch stellen, Bier bei der Bedienung bestellen, sich mit der verbünden (Trinkgeld) und auch gleich mit dem Tisch. Je mehr Frauen in der Gruppe = um so einfacher.
  • Wenn nix geht: Im Augustiner geht es am früheren Abend eher ruhig zu. Und gleichzeitig das beste Bier. Probieren.
  • Letzte Chance: Hofbräu Zelt. Ordentliches Bier und STEHBEREICH in der Mitte. Da kriegt man immer was zu trinken. Und findet auch eine Menge Freunde aus Korea, Australien, USA, England, Italien. Toll!
  • Allerletzte Chance / Zwischenlösung: Direkt oberhalb der Wiesn ist das Wirtshaus zur Bavaria inklusive Biergarten. Das beste Bier, viel günstiger und immer Platz. Das ist keine echte Alternative zur Wiesn aber doch eine zum angepisst nach Hause gehen. Und von dort kann man dann, euphorisiert, einen zweiten Anlauf starten. Der kappt dann. Meistens.
  • Generelle Regel bei allem: LÄCHELN. Die ganze Wiesn ist steng genommen eine Zumutung. Aber das ist uns egal – wir wollen einen tollen Tag haben, mit wem und wo und wie auch immer. Und mit der Einstellung klappt das auch IMMER. GARANTIERT!
  • Nach Schankschluß: Geht schlafen. ALLE Alternativen, die Euch IRGENDWER eröffnet, sind MIST. Ich meine: A L L E.

Wird „handgemachte“ Musik zum Zirkus-Trick?

Unbenannt

Vor ein paar Tagen erwischten mich an einem Tag gleich mindestens fünf online Einschläge der Band „Knower“. Heisst: An einem Tag stolperte ich auf facebook und Youtube gleich fünf mal über eine Band, von der ich noch nie was gehört hatte. Das ging mir vorher erinnerungsweise mindestens zweimal so, nämlich bei dem US Kollektiv „Snarky Puppy“ und dem extrem jungen Multiinstrumentalisten Jacob Collier.

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