Gelbe Grütze mit Minze

Hier gibt’s ja echt wenig Desserts, aber von diesem hier könnte ich mich gerade durchgehend ernähren. Gelbe Früchte, die es jetzt wieder duftend und reif gibt, nur kurz gekocht, mit ein bisschen frischer Minze. Und am allerbesten mit einer Kugel Vanilleeis.

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The simple things: Pasta aglio e olio

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Eine der sicher allereinfachsten Pastazubereitungen. Und zugleich eine der aller-aller-allerbesten. Vor allem jetzt, wo es jungen, frischen Knoblauch gibt, durch den das ganze aromatisch wird, aber eben kein Knoblauch-Inferno. Für mildes Feuer sorgen frische Chillischoten. Und für Leichtigkeit reichlich Petersilie und ein bisschen Zitronenabrieb. Ein kinderleichtes, lächerlich preiswertes Gericht, dass jeder hinbekommt.

Rezept:

Pasta (Spaghetti, Linguine, Tagliatelle) in reichlich gut gesalzenem Wasser kochen.

Parallel pro Person drei möglichst frische Knoblauchzehen in feine Scheiben schneiden. Frische Chilli nach Geschmack. Und reichlich fein gehackte Blattpetersilie.

In einer Pfanne reichlich bestes Olivenöl nur erwärmen, nicht zu heiß! Knoblauch und Chilli rein, ein bisschen anschwitzen, aber nicht bräunen. Schließlich die Petersilie und Zitronenschale dazu und 30 sek. mitlaufen lassen.

Ist die Pasta fertig, diese tropfnass mit in die Pfanne, nochmal kurz auf den Herd und eine knappe Minute verbinden lassen und ein paarmal kräftig durchschwenken. Ich gebe an der Stelle noch eine Schuss Pastawasser und ein Stück Butter dazu. Letzteres steht in Italien vermutlich unter Todesstrafe, aber wir sind ja nicht in Italien. Ganz zum Schluss nochmal Salz checken und S O F O R T servieren.

Meiner Meinung nach passt zu dieser Pasta kein Parmesan, wer aber welchen haben will, soll es machen.

Gurken-Minz Gazpacho mit Tomaten-Crostino

Kein Rezept, nur ein Gedanke zum Sommer. Salatgurken schälen und entkernen, zusammen mit frischer Minze, wenig Knoblauch, Joghurt, Salz, Chilli, etwas weißem Balsamico, Olivenöl und ein bisschen Zitronensaft und -Abrieb aufmixen und SEHR kalt stellen (ggf. mit Eiswürfeln). Dazu geröstete Brotscheiben, mit Knoblauch eingerieben und kurz anfeschwitzten Tomatenwürfeln, Olivenöl und Basilikum drauf.

Mein Reisnudelsalat

Nachdem hier mit dem letzten Kartoffelsalat Post alle Dämme gebrochen sind kommt hier auch gleich noch der Nudelsalat. Die Variante hier passt perfekt zu gegrillten Fleisch und Fisch und ist, für sich, auch ein super Mittagessen, wenn es zu heiß für was Warmes ist.

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Kartoffelsalat „Grie Soß Style“ (frei nach Stevan Paul)

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Ich poste doch hier keine Kartoffelsalat Rezepte! Viel zu banal!! Und schlecht fotografieren lassen sie sich auch noch!!! Naja, egal, das hier muss. Die Idee kam aus dem Buch „Monsieur, der Hummer und ich“ von Stefan Paul, einem meiner allerallerliebsten Erzähl-Bücher rund um das Thema Küche. Wollte ich schon lange mal probieren, denn: Anders als die Mehrheit der kulinarisch bewanderten Leute, mag ich Kartoffelsalat durchaus mit Majo, und nicht nur, wie mittlerweile üblich, mit Essig, Öl und Brühe. Ich glaube, der Majo-Äquator verläuft irgendwie auf der Höhe von Nürnberg. Drüber: tendenziell Majo, drunter: Essig, Öl, Brühe. Ich komme aus Majo-Land Thüringen, habe aber die letzten 15 Jahre in Süddeutschland verbracht. Und mag beides. Eines meiner liebsten K-Salat Rezepte: Ein Becher Majo Fleischsalat, ein Esslöffel scharfer Senf, ein paar gehackte saure Gurken und, ganz wichtig, ein Schuss vom Gurkenwasser, alles vermischen, über die Kartoffelscheiben geben – fertig! Das hier ist jetzt ein bisschen subtiler. Und war dann doch SO gut, dass ich es bringen muss.

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Wann ist ein Rezept ein Rezept? Hühnerbrust mit Haut und Knochen

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Gestern gab es im Fleisch-Geschäft meines Vertrauens französische Freiland-Hühnerbrust mit Haut und Flügelknochen. Ich steh sonst nicht so sehr auf Hühnerbrust, aber in der Variante ist sie toll. Top-Ware, die Haut bringt Knusper und Geschmack, der Knochen zusätzliche Saftigkeit. Mittlerweile ist es immer öfter so, dass ich erst Einkaufen gehe, schaue, was besonders toll ist und dann erst überlege, was ich koche, anstatt mit einem festen Rezept im Kopf loszulaufen um festzustellen, dass ich die Zutaten nicht, oder nur in mäßiger Qualität bekomme. Mit Blick auf das Schreiben über das Thema Küche ging mit beim Huhn durch den Kopf: Ab wann ist ein Rezept ein Rezept? Ab wann ein Gericht ein Gericht? Es ist nämlich so: Ich versuche auf der einen Seite hier nicht zu banal zu werden und möglichst immer etwas zu liefern, dass meinen Lesern auch was Neues erzählt. Aber auf der Anderen Seite koche ich natürlich nicht für den Blog, sondern vor allem das, was ich selbst und die Leute die mit am Tisch sitzen gerne essen. Die Blog-Perspektive sagte mir gesten dennoch: Hühnerbrust, zwei verschiedene Gemüsepürées (Blaue Kartoffel und Süßkartoffel), Thai Spargel aus dem Wok, Beurre Blanc mit Zitronengras. Ich glaube, so etwas ist ein Blog Rezept. Eigene Note, sieht sexy aus, macht was her. Und schmeckt wahrscheinlich. Nur, zum einen: Kocht das jemand nach? Und, zum anderen: Will ICH es wirklich gerne kochen und essen? Wenn ich mir die tollen, an sich schon ziemlich perfekten Hühnerbrüste ansehe, habe ich das Gefühl, dass ich sie einfach nur langsam auf der Haut knusprig und saftig braten will, mit ein paar Kräutern und ein bisschen frischer Butter am Ende. Und dazu einfach nur ein knackiges, schnelles Gemüse, in dem Fall Thai Spargel, Kirschtomaten und ein bisschen Babyspinat kurz in der Pfanne geschwenkt. Dazu, denn die Liebste isst mit und will kein Fleisch, noch ein paar Kartoffelspalten aus dem Ofen. Ich glaube, Idee eins war die französische, Idee zwei die italienische Denke. Mir ist die italienische einfach näher. Ein tolles Produkt steht für sich und die Frage ist eher: Was kann ich noch weglassen, anstatt, was kann ich noch hinzufügen. Das mag nicht ganz so fancy sein. Aber es schmeckt. Und das ist mir, Blog hin oder her, immer noch das Wichtigste.

30 Minuten Schweinsbraten Asia-Style

Gutes Schweinefleisch ist ein Genuss. Man muss ein bisschen schauen, wo man es herbekommt, aber es lohnt sich. Die Oberklasse sind sicher Iberico, Mangalitza, Havelländer. Alte Rassen, so meine ich. Eine Neuzüchtung ist das Duroc Schwein. Nicht ganz so pänomenal wie die Genannten, aber immer noch eine andere Liga im Vergleich zum aromafreien Wasserfleisch aus dem Supermarkt. Und preislich mittel. Das Fleisch hat viel intramuskuläres Fett, was ihm Geschmack und Saftigkeit verleiht. Und beim Braten gibt es kaum Flüssigkeitsverlust. Kriegt man ein ganzes Stück vom Rücken, also den Schweinelachs, mit Fettauflage, taugt der wunderbar zum knusprig Braten und dann im Ofen fertig Garen. Und so hat man seinen Schweinsbraten in einer halben, statt in drei Stunden. Und in der Asia Variante hier gibt’s auch Soße ohne Mogelei. Read More

Mairübchen-Recherche.

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Da ich viel vegetarisch koche, ist es mir besonders wichtig, das ganze Gemüse-Spektrum auszuschöpfen. (Wobei man nicht genug betonen kann, dass vegetarische Küche aus soviel mehr besteht, als Gemüse.) Wann immer ich kann, gehe ich auf Märkte. Nur schaffe ich das kaum, es klappt eigentlich nur im Urlaub. Zu meiner besten Alltags-Gemüsequelle hat sich hier in München der türkische Supermarkt „Verdi“ in der Landwehrstraße entwickelt. Wochenmarkt-Auswahl und -Frische, aber auch dann offen, wenn ich Zeit zum Einkaufen habe. Mittlerweile fahre ich fast jeden Samstag hin, ohne Plan und Einkaufszettel und nehme einfach mit, das besonders gut aussieht und überlege mir dann zu Hause, was ich damit anstelle. Die Mairübchen habe ich schön öfter gesehen, noch nie gegessen und tatsächlich habe ich auch noch nie gelesen oder gesehen, was man mit ihnen anstellt. Das ist selten, denn ich beschäftige mich ständig mit irgendwelchen Rezepten und Küchengeschichten. VVielleicht ist der Deutsche die Rübe im Allgemeinen irgendwie leid. Aus Nachkriegs- und Kinderzeiten kriegen Viele ihren leicht muffig-kohligen bis etwas bitteren Geschmack und ihre oft etwas seltsame Textur nicht mehr aus dem Kopf. Die Mairübchen sind feiner. Man kann sie roh essen, dann sind sie sehr knackig und geschmacklich irgendwo zwischen Kohlrabi, Rettich und Rübe, wirklich sehr interessant, frisch und eigen. Leicht süß, ein bisschen scharf, minimal bitter und sehr saftig und knackig. Gegart kommt die Kohl- / Rüben-Noten ein bisschen stärker raus, aber auf keinen Fall so stark wie bei der bekannten Steckrübe. Ich glaube, je feiner man sie schneidet, um so feiner schmeckt sie auch. Und ich meine, sie eignet sich gut in einem Ragout mit ein paar anderen Gemüsen, die ihr etwas entgegensetzen.

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Pastamachen als Therapie (oder: Orecchiette con broccoli)

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Wenn ich frustriert und traurig bin, wenn ich mir nutz- und freudlos vorkomme, mich diesen Gefühlen aber nicht ergeben will, hilft mir manchmal die Zubereitung eines dieser drei Gerichte: Pasta, Gnocchi, Risotto. Es geht nicht wirklich um das Essen. Mehr um einen im Grunde absolut simplen Prozess, der etwas eigentlich ungenießbares, also Hartweizengries, rohe Kartoffeln oder ungekochten Reis, in etwas Essbares, Nahrhaftes, Tröstendes verwandelt. Es gibt viele Dinge, deren Sinn ich hinterfrage und anzweifele. Aber wenn man leben will, muss man essen. Und so scheint mir die Verwandlung von etwas Ungenießbarem zu etwas Essbarem, nur mit der eigenen Hände Arbeit, immer sinnvoll. Und bei Pasta, Gnocchi und Risotto ist dieser Prozess in seinem Verlauf so greifbar, dass es mir danach meistens zumindest ein bisschen besser geht.

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Paris erschmecken

Nach drei Tagen Paris bin ich platt. Und vollkommen pleite. Ich habe schon fast alle europäischen Hauptstädten gesehen, aber Paris ist vielleicht die intensives. Überirdisch regieren die Autos. Ein unendlicher, lärmender Strom. Die Menschen schlängeln sich hindurch, zu Fuß, auf Motorrollern oder kleinen E-Kickboards. Alles schiebt, hetzt, kämpft um Platz. Unterirdisch drängen die Menschenmassen durch die verwinkelten Labyrinthe der Metro. In den vollen Zügen haben viele die Augen zu, träumen sich weg vom Lärm und der Enge. Ein Pariser sagt mir, jeder Tag, den man übersteht, ist ein kleiner Triumph. Selbst die Kinder hier scheinen tougher als ich.Doch die Stadt ist auch prallvoll mit Leben und Energie. Und einer überwältigenden Masse an Möglichkeiten. Ich will mich wie immer mittenrein werfen. Ohne Sightseeing, ohne TripAdvisor. Lieber ein bisschen mit den Leuten reden, in einfachen Bars und Kaffees rumhängen, rumlaufen, auf Märkte gehen.

Die Stadt ist so prall, dass man mit, sie könnte jederzeit platzen. Und sie ist auch vor allem: Schockierend teuer. Arglos drei Bier in einer nicht mal so schicken Bar? 45 €. Da lacht man nur noch über die Wiesn Preise. Wurscht. Einfach nicht drüber nachdenken. Auch was die Küche angeht kann man sehr leicht daneben liegen. Sauteuer und lieblos, jedenfalls an vielen Stellen rund um die Sehenswürdigkeiten. Ich glaube, wer wirklich altmodische, französische Klassiker sucht, findet sie eher auf dem Land. Hier, in der Stadt, sind die Spitzenköche längst über die Gerichte ihrer Großeltern hinweg. Und die Alltagsküche ist vielerorts die der Einwanderer, der Afrikaner, Asiaten und Inder. Doch, da bin ich nicht anders als jeder Andere, ich will doch zumindest einige Klassiker probieren. Und nach mehreren glücklosen Anläufen ging das doch noch gut. In einem Bistro etwas abseits.Zur Vorspeise: Schnecken, in einer wirklich wunderbaren, Estragon-starken Kräuterbutter. So gut, dass eine zweite Portion her musste. Dazu kalter Chablis.Zum Hauptgang Gekochtes vom Kalbskopf, schmelzend zart, mit Stücken von Maul, Zunge und Hirn und saugute Remoulade. Geschafft. Locker lassen.Toller Brunch in einem bunten Hippie-Laden mit Köchen aus der Karibik. Frischer, gebeizter Lachs, Brisket mit Zwiebeln, gekochtes, würzige Getreide. Daumen hoch in die offene Küche. „Tank you mann!“Zum Abschluss einem Tipp des Barkeepers aus der Eckkneipe gefolgt. Afrikanisch, richtig gut. Zur Vorspeise süße, Frittierte Kochbananen mit einer sehr guten, würzigen Zwiebelsoße. Eine Kombination, die ich mir merken muss.Zum Hauptgang sehr gutes, mild-würziges Huhn mit Gemüse und, besonders gut, rotem Reis, Gewürz-stark und rauchig im Geschmack. Dazu ein Ingwersaft, der einen, ob seiner scharf-süßen Stärke fast aus den Latschen haut aber auch echt munter macht.Draußen hat es aufgehört zu regnen. Noch ein Kaffee auf der Straße, nochmal uzm die Ecke, und die nächste. Bis mich die Metro wieder gen Flughafen verschluckt.