Ich will nicht (mehr) Restaurant spielen

Allgemein, schmecken

Unsere Mütter und Großmütter galten mehrheitlich als gute Köchinnen. Jeder von uns hat ein paar Gerichte im Sinn, die keine besser konnte, als sie. Rindsrouladen, Eintöpfe, Kartoffelsalat, Fleischpflanzerl. Zu ihrer Zeit reichte es, vielleicht zwanzig Gerichte toll zu beherrschen, um als gute Köchin zu gelten. Zu Recht. Denn was man kochte, wurde oft in der Familie weiter vererbt und der Einfluss von außen hielt sich lange in Grenzen.

Das hat sich heute, ich meine in wunderbarer Weise, geändert. Ich empfinde es als ein absolutes Geschenk, welche Produkte und Gerichte man sich heute nach Hause holen kann. Und wie man die Welt über YouTube, Netflix, Kochseiten, Bücher und Shows entdecken kann. Doch mit dem Überfluss kommt auch der Stress. Und Stress, sowohl auf Seite der Kochenden, als auch auf der der Esser*innen ist der natürliche Feind des Genusses.

Ich will das gar nicht anprangern. Bloß nicht. Nichts gegen Ambitionen. Aber je älter ich werde und je mehr ich koche, umso mehr habe ich das Bedürfnis, dass sich alle entspannen. Ich beim Kochen, der ich nicht abliefern und beeindrucken, sondern einfach nur leckeres und ein bisschen hübsches Essen kochen will. Und, noch viel mehr, die Menschen, für die ich koche. Die sicher immer gerne essen, aber oft nicht solche Foodies sind, wie ich, und die sich gelegentlich immer noch als kulinarische Underachiever fühlen, so sehr ich das auch verneine.

Dem entgegen steht die Eventisierung von Kochen als Wettbewerb. Hobbyköche am Rande des Nervenzusammenbruchs, auf der idiotischen, weil unmöglichen Suche nach Sterneniveau. Daheim geht es nicht um eine Performance. Sondern vielmehr um die einfachen, guten Sachen, egal ob Deutsch, Pasta oder Wok. Und ich meine, die Menschen, für die man kocht, sollten immer wichtiger sein, als das Essen selbst. Und der Geschmack sollte immer über der Instagram-ibilität eines Gerichtes stehen.

Das beherzige ich jetzt schon eine Weile. Das ist nicht der einzige Weg, jeder soll basteln und pürieren und schäumen, wie er oder sie mag. Aber ich will nur noch lecker, und so, wie ich mag. Und mich auf meine Leute freuen und einlassen. Und nicht mehr Restaurant spielen.

Spaghetti aglio e olio e peperoncino

Allgemein

Man müsste mal wieder etwas Kreatives posten. Hmmm… Wachtel aus dem Ofen mit geröstetem Rosenkohl, Pastinakenpüree, Haselnüssen und altem Balsamico. Könnte funktionieren. Mist, schon drei und heute noch nichts gegessen. Jetzt noch in den drei Läden vorbei, in denen ich die Zutaten kriege und ich verhungere. Dann doch das hier: Eine Feier der Einfachheit, von der ich schon vergessen hatte, wie gut das ist. Und ich hätte auch ein paar Tricks dazu…

Zweimal gebratenes Rindfleisch süß-scharf mit grünen Bohnen und roten Zwiebeln

Allgemein, schmecken

Uiuiui! Eigentlich nur als schnelle Resteverwertung für das gekochte Rindfleisch vom Wochenende in zehn Minuten zusammengekloppt, stellt sich diese Asia-Impro als echter Kracher heraus. Schmelzend weiches, rauchiges Fleisch, knackiges Gemüse und alles umhüllt von einer karamelligen, würzigen Soße. Beim nächsten Tafelspitz, Rinderbrust oder -schulter einfach ein bisschen aufheben und unbedingt probieren.

Belugalinsen mit Ofenkürbis, Schafkäse und Haselnüssen

Allgemein, schmecken

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber Linsen machen mich immer mild und glücklich. Ich meine nicht einmal, Linsen essen. Schon der Anblick und die Haptik beruhigen mich. Vielleicht ist es die Vollkommenheit hunderter, glänzender Kügelchen. Vielleicht auch der Gedanke, dass wahrscheinlich schon vor tausend Jahren Menschen von ihrem guten Eiweiß satt und zufrieden wurden. Und vielleicht, nein, bestimmt, ist es auch meine Vorfreude darauf, die Linsen langsam gar zu kochen und dann eine würzige Basis-Reduktion anzusetzen, in der sich die Linsen dann, zusammen mit etwas Brühe, prall mit Geschmack vollsaugen. Ich hatte hier schon ein paar Rezepte mit Linsen und Kürbis und sie sind immer der Renner. Hier noch einmal anders, ganz einfach, aber mit Kraft und Geschmack, die locker mit denen einer dunklen Bratensoße mithalten können.

Calamaretti, Salat von Grillpaprika und Kichererbsen, Cedri-Zitrone

Allgemein, schmecken

Es klingt ein bisschen aufgeblasen, aber die Kombination Kichererbse, Paprika, Koriander, Zitrus ist mir wirklich in Lissabon auf dem Markt eingefallen. Hier noch Mediterran-Nordafrikanisch mir Ras El Hanout gewürzt. Und dazu Blitz-frittierte Calamaretti. Und es macht „Wumms“ in der Schnute. Bissl stolz auf mich.