Belugalinsen mit Ofenkürbis, Schafkäse und Haselnüssen

Allgemein, schmecken

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber Linsen machen mich immer mild und glücklich. Ich meine nicht einmal, Linsen essen. Schon der Anblick und die Haptik beruhigen mich. Vielleicht ist es die Vollkommenheit hunderter, glänzender Kügelchen. Vielleicht auch der Gedanke, dass wahrscheinlich schon vor tausend Jahren Menschen von ihrem guten Eiweiß satt und zufrieden wurden. Und vielleicht, nein, bestimmt, ist es auch meine Vorfreude darauf, die Linsen langsam gar zu kochen und dann eine würzige Basis-Reduktion anzusetzen, in der sich die Linsen dann, zusammen mit etwas Brühe, prall mit Geschmack vollsaugen. Ich hatte hier schon ein paar Rezepte mit Linsen und Kürbis und sie sind immer der Renner. Hier noch einmal anders, ganz einfach, aber mit Kraft und Geschmack, die locker mit denen einer dunklen Bratensoße mithalten können.

Ich bin nicht grundsätzlich der Meinung, dass Eintöpfe ewig kochen und ziehen müssen. Die mit viel frischem Gemüse finde ich auf den Punkt gekocht am besten. Bei Linsen tun aber ein paar Stunden Durchziehen wirklich gut. Wenn man Zeit hat, kocht das Gericht nach dem Frühstück und zum Mittag hat sich alles schön mit Aroma vollgesogen. Und, ich kann es nicht oft genug sagen: Linsen nie al dente kochen, sondern immer weich. Sonst schmecken sie nicht und sind auch verdauungstechnisch ein Albtraum.

Jedenfalls – Rezept für vier Personen:

Ich hatte Belugalinsen, die ich sehr mag, weil sie sich eben schön weich kochen lassen, aber nicht zerfallen. Wenn man die Zeit hat, sollte man die (zuvor einmal gewaschenen) Linsen immer über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Sie garen dann schneller und gleichmäßiger. Für vier Personen würde ich sagen, eine Tasse getrockneter Linsen.

Am nächsten Tag Linsen im Einweichwasser ohne Salz oder Gewürze langsam weich kochen. Abgießen.

Parallel den Ansatz kochen: Eine große Gemüsezwiebel sehr fein würfeln und in einem Topf mit etwas Öl langsam ganz weich schmoren. Dann je einen gehäuften Teelöffel braunen Zucker ubd Ras el Hanout mit dazu. Mein Lieblingsgewürz gerade, eine nordafrikanische Mischung. Gutes Currypulver tut es aber auch. Außerdem ein bisschen Salz. Alles eine Minute weiterschwitzen. Dann einen guten Esslöffel Tomatenmark dazu und auch mitschwitzen, bis es sich von rot zu rotbraun umfärbt. Jetzt haben wir so eine Art Currypaste.

Alles mit einem Schuß Weißwein ablöschen (muss nicht), einkochen und dann drei Finger hoch mit heißer Gemüsebrühe auffüllen. Die abgetropften Linsen dazu, außerdem zwei Lorbeerblätter, und alles offen 10 – 15 min. offen köcheln lassen. Abschmecken: Kräftiger Schuss Balsamico, etwas dunkle Sojasoße, Pfeffer, ggf. noch ein bisschen Salz und Zucker. Das Gericht sollte rund schmecken, also ausgewogen und spürbar salzig, würzig, süß, sauer. Wie intensiv man das mag, ist individuell. Nur die Harmonie ist wichtig. Ich finde, ein tolles Gericht, um Abschmecken zu üben, da die Aromen so eindeutig sind und man klar weiß, an welchen Schrauben man drehen kann.

Dazu Kürbis, kinderleicht: Hokkaido-Kürbis entkernen, zerteilen, mit etwas frischem Salbei, Salz, Zucker und Olivenöl auf ein Blech geben und bei 200 Grad im Ofen weich garen.

Ein paar Haselnüsse ohne Fett rösten und salzen.

Am Schluss noch ein kleines Stück Butter unter die Linsen rühren auf Teller verteilen. Kürbis auf den Linsen anrichten und etwa Schafkäse und Nüsse darüber. Wer mag, macht das in einem feuerfesten Gefäß und gratiniert alles nochmals kurz im Ofen.

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