Wald und Wiese

schmecken

Ich bin gerne draußen, aber ich muss mich dort auch nicht überanstrengen. Umso erstaunlicher ist es, welche Energien ein in der Ferne aus dem Wald leuchtender Pilzkopf in mir mobilisiert. Hier, im österreichischen Kärnten, liegt unsere Hütte, rundum die schönsten, ursprünglichen Wälder. Zwei Wochen hat es geregnet und jetzt setzen unzählige Pfifferlinge unzählige hellorange Pünktchen zwischen die tiefgrünen Mooskissen.

Und sowas hab ich auch selbst noch nie gesehen und geschmeckt. Ich glaube nicht, dass man solche Frische für Geld kaufen kann. Die Pilze sind prall voller Saft, am Abschnitt riechen sie deutlich nach reifen Aprikosen. Und diesen zart-fruchtigen Geschmack habe ich jetzt immer noch im Mund. Klar, um an manche ran zu kommen, hab ich mir fast die Haxen gebrochen. Aber in einer halben Stunde war sicher ein knappes Kilo zusammen. Auf den Heimweg: Kräuter, Blüten, Walderdbeeren, Heidelbeeren…

Ich war schlecht vorbereitet, hatte kein Messer dabei und auch nur einen Beutel. Entsprechend sandig waren die Pilze. Und, egal wie gut sie schmecken, sandige Pilze sind ein Elend. Deshalb musste sie nach den Putzen, und direkt vor dem Braten, kurz waschen. Kann man schon machen, aber schnell muss es gehen. Trotzdem haben sie beim Braten mit Zwiebel und ein bisschen Speck schnell Wasser gezogen, weswegen ich die Pilze zwei Minuten nach Start in einem Sieb kurz abgetropft und mir frischer Butter weiter gebraten habe.

Glücklicherweise habe ich den Bratsaft aufgefangen, der sich beim Probieren als echt guter Pilzfond entpuppt hat. Also in ein kleines Töpfchen, etwas Milch dazu (Sahne hatte ich nicht), außerdem einen Schuss Weißwein und ein bisschen (!) in Wasser gelöstes Mehl. Salz, Pfeffer, bisschen Kümmel, auf die Hälfte einkochen und zu den jetzt schön gebratenen Pilzen geben. Noch ein bisschen reduzieren, am Schluss noch ein Stück Butter. Wahnsinn! Dazu gab es ein paar Kaaspressknödel, denn jede Soße braucht einen Schwamm. Und für die Liebste, die leider keine Pilze verträgt, eine Salat mit Blüten und Kräutern von der Wiese.

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