Getrüffelte Kürbisgnocchi

schmecken

Wenn man, statt „mit Trüffeln“ auf einer Speisenkarte den Begriff „getrüffelt“ liest, kann man sich relativ sicher sein, das Chemie im Spiel ist, besonders, wenn das Gericht um die 20 Euro kostet. Dialog beim Stammitaliener: „Eeeeh Signore, ik maake dir große Teller Pasta mitte de Truffel obendraufe. Speziale!“ Zehn Minuten später riecht man das Gericht schon, wenn es aus der Küche kommt, meist mit Trüffelöl, und ein paar geschmacksarmen Scheibchen Sommertrüffel. Trüffelöl ist reine Chemie, es ist im Basisprodukt kein Gramm Trüffel enthalten. Und alle Trüffelprodukte, die den Begriff „Aroma“ in der Zutatenliste führen, enthalten das Zeug und ich würde die Finger von ihnen lassen. In meinem Lieblingsladen Frischeparadies (kleine, feine Kette) und sicher auch in manchem italienischen Delikatessengeschäft gibt es aber Peccorino, mit schwarzem Trüffel und ohne Chemie. Ein 250 Gramm Stück kostet 15 Euro und damit kann man locker Pasta, Risotto oder, wie hier, Gnocchi für vier machen, und zusammen ein bisschen puren, natürlichen Luxus erleben, ganz ohne „Aroma“.

Ein Rezept für die Gnocchi, hier mit je 50 % mehligen Kartoffeln und Kürbis, gibt es nicht, denn: die waren zwar gut, aber durch die extra Feuchtigkeit des Kürbis braucht man viel Mehl, was wiederum den Kürbisgeschmack kaputt und die Gnocchi weniger zart macht. Das nächste mal also nur mit Kartoffeln. Dazu ein Eigelb, Salz, Muskat und gerade eben soviel Mehl, wie der Teig eben braucht. Aber ich wollte mal über diesen tollen Käse berichten und kurz erklären, wie der sich am besten mit Gnocchi oder Tagliatelle verbindet.

Gnocchi kochen, in kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. Käse reiben, pro Person ca. 70 Gramm. In einer Pfanne einen Finger hoch nicht zu salzige Hühnerbrühe (alternativ Pastawasser) aufkochen, ein ordentliches Stück kalte Butter dazu und bei mittlerer bis mittelhoher Hitze unter ständigem Bewegen der Pfanne einschmelzen lassen. Den Käse dazu, kurz anschmelzen, Gnocchi dazu und jetzt unter ständigem Bewegen auf mittlerer Hitze langsam eindicken lassen, aber aufpassen: wenn man es zu lange oder zu heiß köchelt, gerinnt der Käse, wird grisselig und die Emulsion trennt sich. Am Schluss Salz und Pfeffer checken, komplette Gnocchi auf vorgewärmte Teller verteilen, ein bisschen frischen Pfeffer und vielleicht noch ein bisschen Peccorino drauf und sofort servieren. Und natürlich geht das auch mit normalem Peccorino ohne Trüffel.

Wenn es gelingt, gibt das eine wunderbar cremige Soße, die einen jede Käsesahne für immer vergessen lässt. Dasselbe Prinzip funktioniert auch für Pasta „Caccio e Pepe“ (mit Peccorino und Pfeffer, ohne Butter, also noch heikler – mach mal cremiges Käsewasser…. gehen tut es aber schon.).

Zu den Gnocchi will ich nichts, keinen Salat, keine Gemüse, keine Pinienkerne oder Ruccola oder sonst irgendwas. Einfach nur das pure, vollkommene Glück.

Ein Gedanke zu “Getrüffelte Kürbisgnocchi

  1. Danke für das Rezept. Das werde ich gleich an Silvester ausprobieren. Mein Plan war etwas spezielles mit Trüffelöl zu machen. Eine Art Dip mit Trüffelbutter plus Gnocchi ist sicher eine gute Alternative

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