Dötsch.

schmecken

Dötsch. Dieses Wort sollte man eigentlich erstmal wirken lassen. Es ist der Name eines Gerichts aus meiner Heimat Thüringen, ein ganz spezieller Heringssalat, der bei uns traditionell am 24.12. gegessen wurde, und zwar NUR dann. Die Zubereitung oblag meinem Großvater und das Gericht verkörpert für mich den Geschmack von Weihnachten mehr als Gänsebraten und Lebkuchen. Ich wollte das hier schon ganz lange mal bringen, denn ich glaube nicht, dass es viele kennen, aber es ist wirklich ganz großartig, perfekt in der kalten Zeit aber wirklich zu schade, um es nur an Weihnachten zu essen. Besonders ist die Kombination von Fisch und Fleisch, der Geschmack ist leicht, würzig, säuerlich, fruchtig und wunderbar erfrischend. Kein Vergleich zum süß-sauren Majonaisse-Alptraum, der einem normalerweise als Heringssalat angedreht wird. Zu dem kühlen Salat dann noch schöne, mehlige Pellkartoffeln mit ein bisschen Butter und Salz. Mehr geht nicht.

Rezept für sechs Personen:

Opa nahm Salzheringe. Ich habe keine bekommen und weiss auch nicht so genau, wie man sie verarbeitet. Also Matjes, natur, nicht in Öl. Die zweite Sache, die wichtig ist, nennt sich in Thüringen „Presskopf“, im Rest des Landes „Weißer Schwartenmagen“. Klingt beides Scheisse, schmeckt aber gut.

500 g Matjes und 250 g Presskopf in Stücke schneiden. Einen sauren Apfel entkernen, vierteln und in Scheibchen schneiden, ebenso paar saure Gurken. Eine rote Zwiebel in dünne Ringe schneiden und kurz in heißem Wasser blanchieren.

Für die Soße je 250 ml saure Sahne und Buttermilch, sowie einen Schuss vom Gurkenwasser mischen. Je einen TL Pimentkörner und Pfefferkörner, sowie einen EL Wachholderbeeren dazu, im Original ganz, ich habe sie fein gemörsert. Außerdem fünf Lorbeerblätter. Etwas salzen, aber vorsichtig, denn der Hering gibt auch noch Salz ab. Und, sicher nicht Original, bei mir noch eine ordentliche Prise Zucker.

Marinade mit den restlichen Zutaten mischen und ein paar Stunden, am besten über Nacht, ziehen lassen. Eine halbe Stunde vor dem Essen aus dem Kühlschrank nehmen und nochmal Salz und Pfeffer checken.

P.S.: Google schmeisst weder unter dem Suchbegriff „Dötsch“, noch unter „Heringsdötsch“ auch nur ein Ergebniss mit Küchen-Bezug aus. Wenn jemand den Namen doch kennt oder sogar weiss, wo der herkommt, würde mich das interessieren.

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