Linsen mit Kürbis und Mangold

schmecken

Ich sage es ja nur ungern, aber dieses so schlicht wirkende Gericht gehört wirklich zu den besten, die mir jemals eingefallen sind. Sonst arbeite ich mich ja eher an den Klassikern ab, wirkliche Neukreationen sind selten und oft stehen sie hinter den Klassikern zurück. Aber diese Harmonie der, mir zumindest nicht als klassisch bekannten Kombination aus Linsen, Kürbis und Mangold, ist wirklich erstaunlich. Was das Gericht zudem raffiniert, und auch gar nicht so ganz anspruchslos in der Zubereitung macht, ist, dass jede Komponente separat gegart wird und man alles erst am Ende zusammen fügt. Das sorgt für den perfekten Garpunkt der einzelnen Gemüse und auch dafür, dass alles seinen Charakter behält. Ich meine aber, das kriegt jeder hin, nur ein bisschen Zeit und Sorgfalt braucht es, aber die wird belohnt und ich verbringe sowieso immer gerne Zeit in der Küche. Ach so, extrem leicht und vegan ist das Ganze auch noch. Und es passt perfekt in den Spätherbst.

Rezept für vier Personen

Das Gericht braucht ca. 1 Liter gute, selbstgemachte Gemüsebrühe. Wer die nicht hat, kann auch eine gute Hühnerbrühe aus dem Glas nehmen. Instant Gemüsebrühe, egal welcher Qualität, geht hier leider nicht so recht. Ich hatte keine Brühe auf Vorrat, finde aber, der Aufwand hält sich in Grenzen: Gemüse grob schneiden, Wasser und ein paar Gewürze drauf und 40 min. köcheln. Gibt Schlimmeres.

Zuerst die Linsen ansetzen. Ich hatte Belugalinsen, die sehr gut gepasst haben. Diese waschen und auf mittlerer Hitze köcheln bis sie gut gar sind, aber noch zusammenhalten. Kein Salz, keine Gewürze, nix, einfach nur Wasser. Auf keinen Fall bissfest – für mich eine geschmackliche und verdauungstechnische Zumutung, aber in der „modernen“ Küche leider weit verbreitet. Linsen muss man nicht einweichen, aber wenn man die Zeit hat, würde ich es immer machen. Sie garen dann schneller und gleichmäßiger.

Während die Linsen garen: Kürbis und Mangold. Von Letzterem, wir brauchen einen kleinen Strunk, die weißen Stiele von den grünen Blättern teilen. Stiele in grobe Stücke schneiden und in Salzwasser garkochen. Auch hier: Nicht zu viel Biss, eher weich. Erst gegen Ende die, ebenfalls grob geschnittenen Blätter dazu und vielleicht drei Minuten mitkochen. Abgießen und abschrecken. Ich glaube, das viele Leute Mangold nicht mögen, liegt an seiner zähen Konsistenz und seinem leicht strengen Geschmack, wenn er nicht gut gegart wird. So wie hier ist er unvergleichlich würzig und man hat eigentlich, mit Blatt und Stielen, zwei Gemüse in einem.

Einen halben Hokaidokürbis entkernen und ebenfalls in nicht zu kleine Stücke schneiden. Schale dranlassen. Ein daumengroßes Stück Ingwer und drei Schalotten sehr fein würfeln. Kürbis in einem Topf mit etwas neutralem Öl anschwitzen, Ingwer und Schalotten dazu, außerdem Salz und ein TL Zucker. Sind die Schalotten glasig, einen EL gutes Currypulver dazu und noch eine Minute mitschwitzen. Dann mit 250 ml. Gemüsebrühe ablöschen und so lange zugedeckt köcheln, bis der Kürbis gar ist.

Schließlich: Mangold und Linsen mit zum Kürbis geben und soviel Brühe, wie man gerne mag. Für mich ist das hier eher ein Eintopf, also würde ich alles gerade knapp bedecken. Wer mehr in Richtung Suppe gehen will, nimmt ein bisschen mehr. Abschmecken: Salz, frisch gemahlener Pfeffer, ein Schuss Weißweinessig, eventuell noch ein bisschen Zucker. Alles fünf Minuten zusammen köcheln lassen. Und am Schluss eventuell noch ein Stück Butter einrühren.

Ich bin, wie gesagt, begeistert und nehme das Rezept in meine wenigen, eigenen Standards auf. Eine tolle Variation scheint mit, das Ganze, mit wenig Brühe und dann kleiner geschnittenem Mangold und Kürbis als Linsengemüse zu kochen, dann zu gebratenem Fisch oder Ziegenkäse. Und auch kalt, als Salat, scheint mir die Kombination vielversprechend.

2 Gedanken zu “Linsen mit Kürbis und Mangold

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