Kartoffelsalat „Grie Soß Style“ (frei nach Stevan Paul)

schmecken

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Ich poste doch hier keine Kartoffelsalat Rezepte! Viel zu banal!! Und schlecht fotografieren lassen sie sich auch noch!!! Naja, egal, das hier muss. Die Idee kam aus dem Buch „Monsieur, der Hummer und ich“ von Stefan Paul, einem meiner allerallerliebsten Erzähl-Bücher rund um das Thema Küche. Wollte ich schon lange mal probieren, denn: Anders als die Mehrheit der kulinarisch bewanderten Leute, mag ich Kartoffelsalat durchaus mit Majo, und nicht nur, wie mittlerweile üblich, mit Essig, Öl und Brühe. Ich glaube, der Majo-Äquator verläuft irgendwie auf der Höhe von Nürnberg. Drüber: tendenziell Majo, drunter: Essig, Öl, Brühe. Ich komme aus Majo-Land Thüringen, habe aber die letzten 15 Jahre in Süddeutschland verbracht. Und mag beides. Eines meiner liebsten K-Salat Rezepte: Ein Becher Majo Fleischsalat, ein Esslöffel scharfer Senf, ein paar gehackte saure Gurken und, ganz wichtig, ein Schuss vom Gurkenwasser, alles vermischen, über die Kartoffelscheiben geben – fertig! Das hier ist jetzt ein bisschen subtiler. Und war dann doch SO gut, dass ich es bringen muss.

Rezept

1 kg festkochende Kartoffeln in der Schale gar, aber nicht zu weich kochen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen (zur Not unter kaltem Wasser) und pellen. Nochmal ein bisschen liegen lassen, damit die Stärke ein bisschen bindet.

In der Zeit das Dressing machen. Für die Majo ein ganzes Ei, die fünffache Menge neutrales Öl (kein Olivenöl!), einen TL scharfen Senf, einen Schuss Essig und eine ordentliche Prise Salz geben. Mixstab in den Becher, einschalten, einmal hochziehen, fertig. Das Originalrezept sieht vor, die Majo mit den sieben frischen, fein gehackten Kräutern zu vermischen, die es für die Frankfurter Grie Soß braucht. Wer die bekommt: Machen! Ich hatte einfach eine gefrorene sieben-Kräuter-Mischung aus dem Supermarkt, die war sehr ordentlich und hat den Job in dem Fall gut gemacht. Jedenfalls: Rein. Dazu noch zwei, drei Esslöffel Joghurt. Und mit Salz und Pfeffer, und ggf. auch noch einem Schuss mehr Essig, kräftig abschmecken.

Schließlich: Kartoffeln pellen und nicht in Scheiben, sondern in ca. 1,5 x 1,5 cm große Würfel schneiden und mit dem Dressing vermischen. Der Kartoffelsalat muss nicht groß durchziehen, am besten ist er wirklich relativ bald nach der Zubereitung. Er hält sich im Kühlschrank aber auch noch einen Tag, vorausgesetzt er stand vorher nicht drei Stunden in der Sonne. 😉

Natürlich passt so ein Salat perfekt zu gegrilltem Fleisch und Gemüse. Aber auch zu Fisch kann ich ihn mir sehr gut vorstellen. Oder als kleines Hauptgericht, vielleicht mit einem Spiegelei.

P.S.: Ich finde, an solchen Sachen wie einem Kartoffelsalat erkennt man einen guten Koch. Wer kann schon einschätzen, wie „kreative“, neue, komplexe Gerichte WIRKLICH schmecken SOLLEN. Beim Kartoffelsalat ist das anders. Er ist unser eigen Ding, alle kennen ihn, mögen ihn, haben ihn hundertfach gegessen und garantiert gibt es irgendeine Mutter, Großmutter oder Tante, die den besten macht.

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