Wann ist ein Rezept ein Rezept? Hühnerbrust mit Haut und Knochen

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Gestern gab es im Fleisch-Geschäft meines Vertrauens französische Freiland-Hühnerbrust mit Haut und Flügelknochen. Ich steh sonst nicht so sehr auf Hühnerbrust, aber in der Variante ist sie toll. Top-Ware, die Haut bringt Knusper und Geschmack, der Knochen zusätzliche Saftigkeit. Mittlerweile ist es immer öfter so, dass ich erst Einkaufen gehe, schaue, was besonders toll ist und dann erst überlege, was ich koche, anstatt mit einem festen Rezept im Kopf loszulaufen um festzustellen, dass ich die Zutaten nicht, oder nur in mäßiger Qualität bekomme. Mit Blick auf das Schreiben über das Thema Küche ging mit beim Huhn durch den Kopf: Ab wann ist ein Rezept ein Rezept? Ab wann ein Gericht ein Gericht? Es ist nämlich so: Ich versuche auf der einen Seite hier nicht zu banal zu werden und möglichst immer etwas zu liefern, dass meinen Lesern auch was Neues erzählt. Aber auf der Anderen Seite koche ich natürlich nicht für den Blog, sondern vor allem das, was ich selbst und die Leute die mit am Tisch sitzen gerne essen. Die Blog-Perspektive sagte mir gesten dennoch: Hühnerbrust, zwei verschiedene Gemüsepürées (Blaue Kartoffel und Süßkartoffel), Thai Spargel aus dem Wok, Beurre Blanc mit Zitronengras. Ich glaube, so etwas ist ein Blog Rezept. Eigene Note, sieht sexy aus, macht was her. Und schmeckt wahrscheinlich. Nur, zum einen: Kocht das jemand nach? Und, zum anderen: Will ICH es wirklich gerne kochen und essen? Wenn ich mir die tollen, an sich schon ziemlich perfekten Hühnerbrüste ansehe, habe ich das Gefühl, dass ich sie einfach nur langsam auf der Haut knusprig und saftig braten will, mit ein paar Kräutern und ein bisschen frischer Butter am Ende. Und dazu einfach nur ein knackiges, schnelles Gemüse, in dem Fall Thai Spargel, Kirschtomaten und ein bisschen Babyspinat kurz in der Pfanne geschwenkt. Dazu, denn die Liebste isst mit und will kein Fleisch, noch ein paar Kartoffelspalten aus dem Ofen. Ich glaube, Idee eins war die französische, Idee zwei die italienische Denke. Mir ist die italienische einfach näher. Ein tolles Produkt steht für sich und die Frage ist eher: Was kann ich noch weglassen, anstatt, was kann ich noch hinzufügen. Das mag nicht ganz so fancy sein. Aber es schmeckt. Und das ist mir, Blog hin oder her, immer noch das Wichtigste.

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