Mairübchen-Recherche.

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Da ich viel vegetarisch koche, ist es mir besonders wichtig, das ganze Gemüse-Spektrum auszuschöpfen. (Wobei man nicht genug betonen kann, dass vegetarische Küche aus soviel mehr besteht, als Gemüse.) Wann immer ich kann, gehe ich auf Märkte. Nur schaffe ich das kaum, es klappt eigentlich nur im Urlaub. Zu meiner besten Alltags-Gemüsequelle hat sich hier in München der türkische Supermarkt „Verdi“ in der Landwehrstraße entwickelt. Wochenmarkt-Auswahl und -Frische, aber auch dann offen, wenn ich Zeit zum Einkaufen habe. Mittlerweile fahre ich fast jeden Samstag hin, ohne Plan und Einkaufszettel und nehme einfach mit, das besonders gut aussieht und überlege mir dann zu Hause, was ich damit anstelle. Die Mairübchen habe ich schön öfter gesehen, noch nie gegessen und tatsächlich habe ich auch noch nie gelesen oder gesehen, was man mit ihnen anstellt. Das ist selten, denn ich beschäftige mich ständig mit irgendwelchen Rezepten und Küchengeschichten. VVielleicht ist der Deutsche die Rübe im Allgemeinen irgendwie leid. Aus Nachkriegs- und Kinderzeiten kriegen Viele ihren leicht muffig-kohligen bis etwas bitteren Geschmack und ihre oft etwas seltsame Textur nicht mehr aus dem Kopf. Die Mairübchen sind feiner. Man kann sie roh essen, dann sind sie sehr knackig und geschmacklich irgendwo zwischen Kohlrabi, Rettich und Rübe, wirklich sehr interessant, frisch und eigen. Leicht süß, ein bisschen scharf, minimal bitter und sehr saftig und knackig. Gegart kommt die Kohl- / Rüben-Noten ein bisschen stärker raus, aber auf keinen Fall so stark wie bei der bekannten Steckrübe. Ich glaube, je feiner man sie schneidet, um so feiner schmeckt sie auch. Und ich meine, sie eignet sich gut in einem Ragout mit ein paar anderen Gemüsen, die ihr etwas entgegensetzen.

Meine Zubereitung: Mairübchen gedünstet, zusammen mit zwei anderen Frühlingsklassikern: Grünem Spargel und Erbsen. Ich wollte den vollen Geschmack der Rübchen, weswegen ich sie sehr grob geschnitten habe. Dann in ein bisschen Butter angeschwitzt, etwas Salz und Zucker dazu und schließlich mit etwas Gemüsebrühe abgelöscht und zugedeckt al dente geschmort. Dann ein bisschen grünen Spargel dazu, nochmal Deckel drauf, fünf Minuten weiter. Schließlich eine Hand voll TK Erbsen und ein halber Becher Sahne, Salz, Pfeffer, Muskat und jetzt offen nochmal fünf Minuten köcheln. Einen ganzen Bund Schnittlauch fein schneiden und kurz vor Schluss dazu. War lecker, das nächste Mal schneide ich die Rübchen feiner, sie sind dann schneller gar und nicht so sperrig. Ich hatte dazu kleine, mit Dill und Butter geschwenkte Kartoffeln. Ich glaube, als Beilage passt das Ganze besonders gut zu Fisch, ich denke, vor allem Lachs oder Saibling.

Noch zwei Alternativ-Ideen:

Mairübchen-Crostino: Mairübchen fein schneiden, mit ein bisschen grünem Spargel und Erbsen in Olivenöl andünsten, ein bisschen frische Minze und Basilikum dazu, Salz, Pfeffer, kleiner Schuss weißer Balsamico. Auf gerösteten Brotscheiben verteilen. Ein bisschen Parmesan und frisches Olivenöl.

Mairübchen-Carpaccio: Mairübchen roh fein hobeln, auf einem Teller verteilen, Olivenöl, Zitronensaft, Salzflakes, Pfeffer. Vielleicht ein pochiertes Ei.

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