Lissabon: Markttag

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Der „Mercado de Avalade Norte“ liegt eine gute Viertelstunde außerhalb des Zentrums von Lissabon. Wieder war es Anthony Bourdains Lissabon Film, der mich auf den Ort brachte. Mitten in der Stadt eröffnete 2014 der „Time Out Market“, seitdem eine der beliebtesten Foodie-Orte. Aber zugleich auch das Todesurteil für viele kleine Läden in der Gegend und ein Motor für die Hipster-isierung der Ecke. Hingehen schadet nicht, aber einkaufen, um was zu kochen, kann man schlecht, es geht mehr um Direktverzehr und die Preise sind stellenweise ziemlich hoch. Mir ging es mehr um einen Ort, an dem die Einheimischen einkaufen. Also mit der Metro zur Station „Avalade“.

Die Markthalle liegt in einem ziemlich schmucklosen Stadtteil, was vermutlich nur so auffällt, weil das Stadtzentrum so ausgesprochen hübsch ist. Der Betonklotz ist schnell gefunden und schon vom Weiten sehe ich das große „Lidl“ Logo an einer Seite der Mauer. Doch, Gott sei Dank, die Billig-Germanen haben sich nur ein Stück vom Markt abgezwackt.

Es ist der erste Werktag nach Weihnachten, doch glücklicherweise sind die meisten Stände besetzt und die Auswahl ist toll. Portugal steht mit einem pro-Kopf Fischverbrauch von 57 kg auf Platz drei der Welt – nur die Iren und Japaner essen noch mehr. Und so ist die Fischauswahl dann auch grandios. Trotz der bestimmt sechs großen Fischstände riecht es kein bisschen nach Fisch. Zu Hause kann man sich in den Supermärkten den Weg zur Fischtheke oft direkt er-riechen, selbst in einer Stadt wie München muss man sich schon einige Mühe machen, um halbwegs frische Ware zu finden. Die zappelten die Tiere ganz sicher noch in der Nacht in den Netzen.

Mein Plan: Fisch, ein bisschen von der tollen Blutwurst und dann mal schauen, was gut dazu passt. Ich kriege ein locker zwei Finger dickes Steak aus dem Schwanz eines Zackenbarsches, bestimmt 300 Gramm. Und bin froh, dass ich Schwert- und Thunfisch verschmäht habe. Wird eh zu viel gegessen. Und man kriegt ihn auch daheim. Mein Riesensteak kostet 6 Euro. Dazu will ich noch was Kleines, mit viel Geschmack – sieben silbrige Fischchen, jeder vielleicht 80 Gramm, den Namen habe ich leider vergessen, dürfen auch mit. Mit zusammen nicht mal 4 Euro sind die Tierchen unglaublich günstig – ich werde später noch feststellen, warum. Außerdem müssen zwei Stücke Bacalhau, getrockneter Kabeljau, mit. Auch wenn ich noch keinen Schimmer habe, wie man den zubereitet.

Die Fleischauswahl ist sehr ordentlich, aber deutlich kleiner, als die beim Fisch, der auch günstiger ist. So war es in vielen ärmeren Ländern am Meer – Fisch war Alltag, Fleisch Luxus. Bei uns ist es mittlerweile anderes herum. Dennoch, alles sieht gut aus, der Fleisch-Reiferaum mit der großen Fensterscheibe stiftet Vertrauen. Zwei Ringe Wurst dürfen mit, eine Blutwurst und eine andere, die ich für eine Chorizo halte, was sich wiederrum später noch als falsch herausstellen wird….

Dazu gibt es eine wirklich gute Auswahl an Gemüse, Brot, Käse, Öl und Wein. Plastiktüten-behangen noch ein Stopp für einen sehr guten Espresso und zwei der, omnipräsenten, aber auch wirklich verdammt guten Puddingtörtchen „Pasteis de Nata“ und dann ab in die Küche!!

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