Mapo Tofu : Freude am Feuer

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Unglaublich, aber wahr: Einer meiner aktuell absoluten Küchen-Lieblinge ist ein Tofu-Gericht. Mapo Tofu, einen Klassiker der Szechuan Küche aß ich das erste Mal im auf diese Richtung spezialisierten Restaurant „Yulan“ in München. Und nach dem ersten Bissen dachte ich: „Ihr wollt mich doch verarschen!“. Dort ist das Gericht dermaßen scharf, dass es weh tut. Aber nur im ersten Moment. Denn dann setzt die Wirkung des Szechuan Pfeffers ein, der nicht nur für eine frische Schärfe sorgt, sondern den Mundraum auch leicht betäubt. Mit dem Ergebnis, dass man die Schärfe der Chillies, die ebenfalls in dem Gericht stecken, irgendwie anders wahrnimmt. Zwar brennt es und man schwitzt immer noch. Aber irgendwie geil. Seitdem bestelle ich das Gericht immer, wenn ich es in chinesischen Restaurants auf der Karte sehe und je nach Laden, habe ich scharfe, aber auch recht zahme Varianten erlebt. Und da ich so drauf stehe, hab ich es nun auch ein paarmal selbst gemacht und meine, es lohnt sich, wenn man auf wirklich (!) scharfes Essen steht. Im Restaurant, wie auch zu Hause: Vor dem Essen etwas trinken, BEIM Essen aber auf gar keinen Fall und kurz danach auch nicht. Auch wenn die Versuchung noch so groß ist, denn Wasser und besonders Alkohol und Kohlensäure, machen alles nur noch schlimmer. Gibt man sich der Schärfe hin, ist das toll, immer vorausgesetzt, man hat Bock drauf. Denn klar ist auch: Essen soll Spaß machen und keine Mutprobe sein….

Rezept für vier Personen:

300 Gramm Seidentofu (Asialaden, „normaler“ Tofu keine Alternative) in 2×2 cm große Würfel schneiden und in etwas heißem Wasser 5 min. blanchieren, dann durch ein Sieb gießen und beiseite stellen

In einer Pfanne oder einem Wok 200 Gramm Schweine-Hack anbraten. Dann ein bisschen zum Rand schieben und in der Mitte der Pfanne je 2 EL fein geschnittenen Knoblauch, Ingwer und das Weiße von ein, zwei Frühlingszwiebeln geben und auch ein bisschen anschwitzen. Dann dazu: 3-4 EL scharfe, schwarze Bohnenpaste, 2 EL gemörserten Szechuanpfeffer und 2 EL fermentierte schwarze Bohnen (Asialaden, wenn man die fermentierten Bohnen nicht kriegt, nicht so schlimm, die Paste und der Pfeffer müssen aber) und dazu 1 EL Zucker sowie ein kräftiger Schuss dunkle Sojasoße und alles ein bisschen unter Rühren zusammen anschwitzen. Mit zwei Tassen Wasser ablöschen, dazu außerdem einen gehäuften TL in etwas Wasser aufgelöster Speisestärke. Ca. 10 – 15 min. köcheln lassen. Probieren. Wenn noch mehr Schärfe gewünscht, mit Chilliflocken oder Hot Sauce nachschärfen. Wenn zu scharf: Pech gehabt! Jetzt den Tofu in die Soße geben, außerdem ein bisschen fein geschnittenes Frühlingszwiebel-Grün und alles nochmal 5 min. köcheln lassen.

Dazu muss Reis. Und wenn man mit mehreren Leuten isst, finde ich es toll, China-typisch nicht nur ein, sondern mindestens drei Gerichte zu reichen. Die anderen beiden können ganz einfach sein. Vielleicht ein Hühnergericht und noch etwas mit Nudeln. Oder eine Suppe. Auf jeden Fall noch zwei milde Gerichte, die den feurigen Tofu ausbalancieren.

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