Gemüse-Couscous mit Stubenküken (oder ohne)

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Couscous ist ein sturer Bock. Was man auch an Aromen dazu gibt, er verschluckt es. Und bleibt relativ fad. Deshalb hat ihn die moderne Küche gerne „schlotzig“ und mit viel Aromen. Das mag ok schmecken, vielleicht sogar gut, aber Couscous ist es dann nicht mehr. Ich habe nach vielen Versuchen gemerkt: Es ist gut, den Couscous eigentlich ziemlich schlank und nüchtern zu halten und ihn dann auf dem Teller mit etwas Würzigem zu kombinieren. So wird daraus eben keine mittel-würzige Pampe, sondern man hat mal Power, dann wieder was Mildes und es geht gut zusammen. Und dann passt das toll einfach so, oder, wie hier in der Luxusvariante mit einem Stubenküken. Wer die nicht kriegt oder nicht möchte, kann natürlich auch einfach ein ausgewachsenes, gutes Huhn nehmen.

Rezept für zwei Personen

Stubenküken

Küken eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Bürzel abschneiden. Eine Zitrone vierteln und zwei Viertel in die Bauchhöle stecken. Mit dem Finger vorsichtig unter die Brusthaut fahren und unter diese zwei Scheiben Butter stecken. Küken von außen salzen. Eine feuerfeste Pfanne erhitzen und ein bisschen Öl hinein geben. Küken auf der Rückenseite kurz anbraten. Dann noch ein Stück Butter und ein paar Thymianzweige in die Pfanne und diese in den auf 140 Grad Umluft + Oberhitze (oder 160 Grad Ober- und Unterhitze) geben. 30 min. garen und dabei alle 10 min. mit dem Bratfett übergießen. Das alles kann man auch mit einem großen Huhn machen, es braucht nur eine Stunde bei gleicher Hitze. Garprobe beim großen Huhn (die Küken sind 100%ig nach 30 min. durch): Nach einer Stunde mit einem spitzen Messer in eine der Keulen stechen. Ist der austretende Saft klar, ist das Huhn gar, ist er noch trüb, braucht es noch ein bisschen. Küken oder Huhn: Am Ende der Garzeit nochmal mit Bratfett übergießen, den Grill / Oberhitze auf volle Power stellen und ca. 5 min. bräunen. Dann aus dem Ofen nehmen und, unbedingt, zehn Minuten ruhen lassen. Küken einfach halbieren, Huhn tranchieren.

Gemüsecouscous

Während das Küken gart, kriegt man das Couscous locker hin. Eine Tasse leicht gesalzenes Wasser aufkochen, Topf vom Herd und eine Tasse Instant-Couscous einrühren und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen.  Danach ein ordentliches Stück Butter und den Saft einer halben Zitrone einrühren. Das ist die Basis. Man kann noch ein bisschen variieren – mit Rosinen, getrockneten Berberitzen oder Cranberries, frischen Granatapfelkernen, Mandeln, Pinienkernen, Pistazien. Und vielleicht ein bisschen Zitronen- oder Orangenabrieb. Aber nicht übertreiben, maximal ein, zwei Aromen dazu, sonst nervt es. Auch aufpassen, dass es nicht zu süß wird.

Für das Gemüse eine Karotte, einen viertel Kopf Spitzkohl (Strunk raus), drei kleine Zwiebeln (geschält) und eine Stange Sellerie (Fäden entfernt, wenn man nicht weiss, wie das geht, einfach mit dem Sparschäler schälen) in relativ große Stücke schneiden. In einer Pfanne mit Olivenöl zuerst die Karotten, den Sellerie und die Zwiebeln anbraten, ein bisschen Salz und Zucker dazu. Nach ca. 5 min. auch den Kohl und eine Dose Kichererbsen (ohne die Flüssigkeit) dazu, ein bisschen mitbraten. Würzen: Super passt Ras El Hanout (Gewürzmischung) oder ein gutes Currypulver. Jeweils ein gehäufter TL. Wer dann noch ein bisschen nach eigenem Geschmack variieren mag, kann das mit Kurkuma, Krezukümmel, Chilliflocken, Bockshornklee oder auch (vorsichtig!) mit Zimt oder Muskat tun. Gewürze kurz mitbraten, dann alles mit einem Schuss Wasser ablöschen und nochmal zugedeckt ca. 10 min. köcheln lassen. Das Gemüse soll nicht mehr knackig, aber natürlich auch nicht zerkocht sein. Am Schluss kann man, wenn man mag, noch ein bisschen gehachte Petersilie dazu geben.

Anrichten: Couscous breit auf dem Teller (oder einer großen Platte für mehrere Personen) verteilen, in der Mitte eine Mulde formen,  das Gemüse inkl. der Garflüssigkeit rein, ein bisschen Olivenöl über alles und vielleicht noch ein bisschen frische Petersilie. Und oben drauf das Stubenküken oder Huhn. Und, wenn man das macht, unbedingt auch die Bratflüssigkeit vom Geflügel.

Tatsächlich finde ich, dass hierzu nichts besser passt, als eiskalter Ayran. Und viel davon.

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