Frankfurter Grie Soß

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Ich bin immer wieder überrascht, wie relativ undurchlässig die deutsche Regionalküche in der Breite ist. Klar, Leute, die sich für das Thema interessieren, kennen mehr, als die Küche ihrer Heimatregion. Aber ganz generell kann man ehr mit Kenntnissen der authentischen Thai-Küche rechnen, als mit der aus „entlegenen“ Gegenden Deutschlands. Das mache ich niemandem zum Vorwurf, schade ist es dennoch. Umso überraschter war ich, als ich hier in München, ausgerechnet in einem türkischen Supermarkt, ein wirklich knackfrisches Bündel mit den sieben Kräutern für die original Frankfurter Grüne Soße sah. Wann immer das passiert, muss ich das einfach kaufen und machen, denn ist selten. Und das Ergebnis wirklich eine Freude. Doch ich meine auch, zur Not kriegt man das Rezept auch mit dem hin, was eben zu kriegen ist.

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In Hessen bekommt man diese Kräuterbündel sehr oft. Ich meine, die klassischen sieben Kräuter sind Schnittlauch, Pimpinelle, Sauerampfer, Borretsch, Dill, Petersilie und Kerbel. Variationen sind möglich und wahrscheinlich. Kriegt man die Zusammenstellung nicht, ist es praktisch unmöglich, einige von den Sachen einzeln zu bekommen. Die Mischung ist schon toll. Ich meine aber auch, es geht mit weniger. Schnittlauch, Dill und Petersilie ergeben vielleicht nicht das Original, aber gut ist es allemal. Auch ein bisschen Kresse passt gut. Wichtig ist nur, dass man reichlich davon verwendet und die Kräuter wirklich gut und frisch sind. Und auch in der Soßenzubereitung gibt es Variationen. Hier kommt meine.

Rezept für vier bis sechs Personen

Einen dicken Bund Grie-Soß-Kräuter oder reichlich frische, weiche Kräuter nach Verfügbarkeit. Ganz wichtig ist, dass man diese von den dickeren Stängeln befreit. Ist das passiert, alle Kräuter außer dem Schnittlauch mit einem großen Messer fein hacken. Nicht in den Mixer oder die Küchenmaschine – das gibt einen anderen Geschmack und eine andere Konsistenz, die wir nicht wollen. Den Schlittlauch dann einfach nur in feine Röllchen schneiden und auch zum Rest dazu (nicht weiter hacken, denn dadurch wird er oft sehr streng).

Sechs Eier in der Schale hart kochen. 10 min. Dann pellen und ein bisschen abkühlen lassen.

Für die Soße brauchen wie eine Majonaisse. Für diese zwei sehr frische Eier in einen Mixbecher , der gerade breit genug ist, dass der Pürierstab reinpasst. Dazu ein TL Senf und ein Schuss Weißweinessig. Dann die dreifache Menge neutrales Öl (kein Olivenöl!) dazu. Rapsöl, Distel, Sonnenblume… Dann den Pürierstab in den Becher, einschalten und unter Mixen einmal hochziehen. Fertig. Salz und ein paar Chilliflocken.

Kräuter in eine Schüssel, Majo drauf und zwei Becher saure Sahne. Dazu noch ein Schuss Essig, Salz und Pfeffer und alles gut verrühren. Die hartgekochten Eier grob hacken und unter die Soße mischen.

Pellkartoffeln sind Pflicht. Und ansonsten geht ganz viel, von gekochtem Rindfleisch über Schinken, Wiener Schnitzel, gebratenen, pochierten oder geräucherten Fisch oder alle möglichen gekochten Gemüse.

Im Kühlschrank hält sich die Soße ein, zwei Tage. Wenn man sie nicht vorher aufisst.

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