Don’t call it Fusion. Rinderhüfte, Champignons, Frühlingslauch

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Ich meine, wie in der Musik, so auch in der Küche, ist das Motiv, aus dem man was tut, wirklich wichtig. „Fusion“ ist ein gutes Beispiel. Gibt es in der Musik und in der Küche. In beiden Fällen bezeichnet der Begriff den Vorsatz, Sachen zu vermischen. Das mag in den 70er und 80er Jahren, in denen der Begriff entstand, ein neues Konzept gewesen sein. Heute ist es unser Alltag. Und damit obsolet.  Ich meine, Verbinden um des Verbindens wegen ist gestig und fad. Aber wenn ich jetzt meine, die Pilze in meinem an sich asiatisch angelegten Rezept schreien grad nach Butter oder wenn ich denke, am Schluss wäre bei all der Süße und dem Umami in dem Gericht ein bisschen Olivenöl gerade die richtige Balance, dann sehe ich das nicht als „Fusion“, sondern freue mich über die Möglichkeit, heute in unserer Küche die tollsten Sachen aus der ganzen Welt praktisch selbstverständlich zur Hand zu haben. Und, weniger schlau formuliert: Das hier ist einfach gut. Egal woher die Bestandteile kommen.

Rezept

Erst widmen wir uns ganz dem Fleisch. Ich hatte hier ein Hüftsteak. Wer sein Fleisch mit ein bisschen Biss mag, soll das ausprobieren. Wer es ganz zart mag, nimmt Rinderfilet. Das brät / grillt man medium. Das heisst: Ein gut gereiftes / abgehangenes Stück Fleisch eine Stunde vor dem Kochen aus dem Ofen nehmen. Dann entweder (für uns Rustikale) ein bisschen salzen, etwas Öl drauf und in der (Grill)Pfanne rosa braten – das geht am besten, indem man es alle 2 Minuten wendet bis das Fleisch auf Druck nicht mehr weich nachgibt. Wer es sicherer mag: Anbraten und bei 80 Grad in den Ofen, bis es die beschriebene Konsitenz erreicht (dauert bei einem 250 g Steak ca. 25 min.). Steaks auf einem Teller beiseite stellen und 10 min. bei Zimmertemperatue ruhen lassen.

Paralllel das Gemüse machen: Champignons säubern und die Hüte kreuzweise einschneiden. Frühlingslauch in grobe Stücke schneiden. Champignons bei mittelhoher Hitze in ein bisschen Öl mit ein bisschen Salz braun braten, am Ende ein bisschen Butter dazu. Und dann eine Hand voll grob geschnittene Frühlingszwiebeln. Und dann: Etwas Honig, Sojasoße, Sesamöl und Chilliflocken dazu und einmal durchschwenken, dann vom Herd.

Gemüse auf Teller geben, Fleich gegen die Faser in Scheiben schneiden, auf das Gemüse geben, ein bisschen Garsud vom Gemüse drüber und schließlich ein bisschen frisches, gutes Olivenöl.

Ein Kommentar

  1. „Fusion“ in der Musik wurde das Phänomen Jazzrock genannt. Die erfolgreiche Verschmelzung zweier großer Stile, man denke an Mahavishnu Orchestra, Miles Davis und Weather Report, hat den Begriff „Fusion“ geprägt. Insbesondere Weather Report stand und steht da wie ein Monument, das kaum zu erreichen, geschweige denn zu übertreffen ist. Immerhin hat das führende Jazzmagazin „Down Beat“ im Jahr 2001 sie als die beste Gruppe der letzten 30 Jahre des 20. Jahrhunderts eingeschätzt, also seit Beginn des Begriffs. Da bleibt dann nicht viel übrig für andere oder deren Nachfolger.

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