Risotto di Mare mit ein bisschen Mühe

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Manchmal nervt mich die Mär vom „einfachen“ und „schnellen“ Kochen. In fast jedem Mainstream Rezept kommen diese zwei Begriffe vor. Klar, ich meine auch, es ist ganz wichtig, Leute zum Kochen zu motivieren. Aber ich meine auch, es gibt Sachen im Leben, die gehen nicht „einfach“ oder „schnell“, sondern sie sind schwierig und dauern lange. Und haben wir wirklich so wenig Zeit? Oder ist es uns tendenziell wichtiger, ca. 200 Folgen von „Game of Thrones“ zu gucken, als uns um das zu kümmern, von dem wir ultimativ leben. Und was uns und Andere potenziell auch glücklich machen kann. Ich spiele seit 30 Jahren Schlagzeug, was mich lediglich befähigt, heute so ziemlich jede Art von Musik solide begleiten zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Und ich koche seit ungefähr 20 Jahren Risotto, sicher mein absolutes Lieblingsessen, da kann ich mich ohne Weiteres festlegen. Und auch hier meine ich, dass ich mittlerweile solide bis gute Qualität liefere, aber auch jedes Mal was dazulerne. Und genau wie beim Schlagzeugspielen, ist dieser Weg ein schöner, lustvoller und, sorry für die alte Leier, auch wichtiger, als das Ziel. Manche Sachen gehen halt nicht schnell und einfach, sondern sie brauchen Zeit und Hingabe. Aber das Ergebnis und auch der Weg dahin, sind es Wert. So, wie das hier…

Rezept

Aus den genannten Gründen gibt es dann auch nur eine grobe Richtung: Für die Risotto Brühe 1 Teil Fischfond (aus dem Glas) und ein Teil Wasser mischen, zum Kochen bringen und ein bisschen gewürfeltes Suppengrün dazu und außerdem ein paar Sepien, je nach Größe, und diese zusammen mit dem Fond bei mittlerer Hitze ca. 45 min. weich garen. Dann die Sepien auf der Brühe nehmen und beiseite stellen. Risotto dann wie immer: Risottoreis (mittlerweile mein absoluter Favorit: „Carnaroli“) zusammen mit einer fein gehackten Zwiebel in Olivenöl anschwitzen, dazu ein bisschen fein gewürfelter Fenchen, schließlich, wenn alles glasig, mit Weißwein ablöschen und dann immer wieder unter Rühren kellenweise Brühe dazu. Parallel die Sepien in Streifen schneiden, dieselbe Menge Garnelen längs halbieren und zusammen in ein bisschen Olivenöl glasig anbraten. Dann aus der Pfanne nehmen, Bratsatz mit einem Schuss Weißwein ablöschen und mit zum Risotto geben. Garnelen und Sepien relativ fein hacken und kurz vor Schluss mit zum Risotto geben. Unter dieses dann ein Stück Butter, ein bisschen frisch geriebenen Parmesan und frisch gemahlenen, schwarzen Pfeffer rühren. Und sofort servieren.

 

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