Bitter macht lustig: Polenta mit geschmortem Radiccio und Gorgonzola

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„Bitter“ ist in der Geschmackspalette vieler Menschen immer noch ein Fehlton. Nix für ungut. So vor fünfzehn, zwanzig Jahren, als Sachen wie Radiccio oder Ruccola bei uns das erste Mal auf den Teller kamen, waren sie so krass bitter, dass man sie, jedenfalls pur, kaum essen konnte. Das andere Extrem: Aus Chicoree wurden mittlerweile die Bitterstoffe so stark heraus gezüchtet, dass er nichts mehr von dem hat, was ihn eigentlich ausmacht. Ich finde, es kommt auf ein gutes Mittelmaß an, auf die Dosierung, die Zubereitung und darauf, womit man die bitteren Sachen kombiniert. Hier zum Beispiel, zusammen mit würzig-süßem Gorgonzola und milder Polenta, klappt es prima und ergibt wirklich einen neuen Geschmack. Und ich denke, gerade für Menschen, die sich vegetarisch, also vor allem von Gemüse ernähren, lohnt es sich wirklich, alle Varianten dessen zu probieren.

Rezept

Wirklich kinderleicht: Polenta kochen – ich nehme drei Tassen Milch, drei Tassen Wasser, etwas Salz. Alles zusammen aufkochen, eine Tasse Polenta unter rühren einrieseln lassen und unter rühren so lange kochen, bis die Flüssigkeit eindickt, dann auf niedrige Hitze runterschalten, Deckel drauf und eine Stunde lang mehr ziehen, als kochen lassen. Dabei immer mal umrühren und gar nicht erst versuchen, den Bodensatz zu lösen – Polenta hängt immer ein bisschen an. So lange sie dabei nicht verbrennt, ist das ok. Nach der Kochzeit ein Stück Butter und ein bisschen geriebenen Parmesan einrühren.

Dann den Radiccio in grobe Streifen schneiden. Jede Variante geht, aber je fleischiger (also je mehr weiße Teile), desto besser. Wenn ihr jemals den krallenförmigen Radiccio Tardivo in die Hände bekommt, ein norditalienisches Wintergemüse, dann unbedingt kaufen – er ist grandios, aber leider in Deutschland kaum zu bekommen. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, etwas Knoblauch und ein bisschen fein gehackten Rosmarin dazu und kurz mitschwitzen. Dann den Radiccio in die Pfanne und anbraten, bis er zusammenfällt. Salz, Pfeffer und einen kräftigen Schwung Zucker, dann mit einem Schuss Weißwein ablöschen, 1x aufkochen, einen Schuss Balsamico dazu und mit Deckel ca. 10 min. schmoren. Dann nochmal abschmecken – das Ganze soll leicht süß-sauer schmecken.

Polenta auf einen Teller geben, etwas Radiccio darauf verteilen und schließlich ein paar Stückchen Gorgonzola. Das ist alles. Ich meine, der Radiccio schmeckt auch super zu gebratenem Fleisch oder auf Crostini.

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