Hüttenküche #2 – Spinatspätzle vom Kohleofen

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Ich muss sagen: Das Kochen auf dem Kohleofen ist einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte. Vor allem ging ich davon aus, dass die Hitze wahnsinnig hoch und schwer zu regulieren sein würde, das war aber nicht der Fall. Wenn man alle Eisenringe in der Platte lässt, ist die Hitze wirklich niedrig und man kann sie sehr gut regulieren, indem man nach und nach mehr Ringe mit dem Schürhaken entfernt. Wirklich nicht so schwierig. Aber bis der Herd mal läuft und so heiß ist, dass man vernünftig kochen kann, dauert es schon eine halbe Stunde. Und natürlich ist die Temperatur nie ganz konstant und man muss sich immer ein bisschen um den Ofen kümmern. Aber gerade das finde ich so schön und sinnlich. Und zu dieser rustikalen Art zu kochen, passt dieses rustikale Gericht gut. Wärmend.

Rezept

Wir haben hier ein paar Hühner vor dem Haus, die Eier stammen also aus der Nachbarschaft, der Käse von nicht viel weiter weg. Das macht dieses ganz einfache Gericht schon wieder besonders. Und was den Teig angeht, machen wir die Luxusvariante: praktisch nur Eier und Mehl und fast kein Wasser. Spätzleteig geht ohne Abmessen: So viele Eier in die Schüssel hauen, wie man mag (ich denke, zwei pro Person für ein Hauptgericht) und dann so viel Mehl einrühren, dass ein zähflüssiger Teig entsteht, der lagsam vom Holzlöffen läuft. Wenn zu fest, ein bisschen Wasser, wenn zu weich, noch ein bisschen Mehl. Dann kommt der anstrengende Teil: Der Teig muss mit einem Kochlöffel so lange kräftig geschlagen werden, bis sich beim Schlagen große Blasen bilden, die dann wieder in sich zusammen fallen. Hat man das fertig, den Teig 15 min. bei Zimmertemperatur ausquellen lassen. Parallel ein paar Hand voll gut gewaschenem Spinat in etwas Butter anschwitzen, leicht auskühlen lassen, die Flüssigkeit ausdrücken, Spinat fein hacken und unter den Teig mischen.

Spätzle machen geht dann so: In einem großen Topf reichlich Salzwasser aufkochen und dann nur noch leicht sieden, also nicht mehr kochen lassen. Ein kleines Brett ins Wasser tauchen, dann darauf einen ordentlichen Schlag Teig und von diesem mit einem großen Messer oder einer Palette kleine Spätzle ab- und ins Wasser schaben. Wenn diese nach oben steigen sind sie gut. Mit einer Schaumkelle in eine große, kalte Pfanne mit ein paar Stücken Butter geben und ein bisschen schwenken – durch die Hitze der Spätzle schmilzt die Butter und verhindert das Zusammenkleben. Wenn man GANZ viele machen will, kann man sie auch in kaltem Wasser abschrecken und später in Butter nachbraten – für mich werden sie dann aber ein bisschen zäh. Jedenfalls: Wenn alle Spätzle fertig sind, Pfanne auf den Herd stellen und alles nochmal gut warm werden lassen. Dann einen Schuss vom Spätzle-Kochwasser dazu und reichlich frisch geriebenen Bergkäse und frischen Pfeffer aus der Mühle. Dann die Pfanne kräftig schwenken bis sich alles verbindet. Dann nicht mehr kochen und gleich servieren. Idealerweise mit in Butter weich geschmorten Zwiebeln (hatte ich keine) und einem Salat (dito).

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