Hüttenküche #1 – Obazda vom Graukäse

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Seit Weihnachten keine Ferien mehr. Kalt, dunkel. Und zum Winterende, welches mit Abfahrt in München noch nicht erkennbar war, auch ordentlich krank. Die besten Zutaten für richtig schlechte Laune. Jetzt sitze ich im T-Shirt auf der Terrasse eines 200 Jahre alten Bauernhauses in Tirol. Nebenan das Zillertal, ein an sich schönes Tal, aber irgendwie mit hässlichen Dörfchen, die vor allem der Versorgung der Touristenmassen zu dienen scheinen. Glücklicherweise: Unser Haus liegt im ZillerGRUND, einem weitläufigen, steilen Tal, das neben dem Zillertal verläuft und mit diesem nur durch einen Tunnel verbunden wird. Bei der Anreise war es kalt, es lag Schnee, drinnen war es eine echte Aufgabe, das Haus nur mit dem Holzofen warm zu kriegen. Jetzt, zwei Tage später, der erste wirklich warme Tag des Jahres. Eine unglaubliche Aussicht. Es riecht nach Holz, Kuhmist und nasser Erde. Vor dem Haus gackern die Hühner, nebenan im Stall, schlabbern die Kühe. Die Milch und die Eier von nebenan gab es zum Frühstück. Letztere vom alten, holzbefeuerten Küchenofen. Was ich am Hüttendasein, egal, ob in den Alpen oder in Finnland, der Heimat meiner Frau, besonders liebe: Die Ruhe, die Zeit, die man alleine und ohne Ablenkungen mit Sachen wie Feuer machen, Kochen und, ganz wichtig, mit Nichtstun verbringt. Und so schmilzt der Tag dahin. Kochen auf einer Hütte bedeutet oft: Mit limitierten Mitteln aber oft tollen Zutaten etwas einfaches aber gutes hinzubekommen. Hier gibt es nicht viele Gewürze, unendlich viele Zutaten will man auch nicht herschleppen. Und oft gibt es wenig oder wenig gutes Kochgeschirr und wenig Platz. Es reizt mich sehr, unter solchen Umständen zu kochen. Am Platz und am Geschirr mangelt es hier absolut nicht. Und auch der alte Ofen ist einfach großartig – auf so etwas wollte ich wirklich schon immer einmal kochen. Aber heute gibt es nur einen Obazda aus dem lokalen Graukäse, das Rezept des Anreisetages – und für das bleibt der Ofen (noch) aus.

Rezept

Je einen Teil Graukäse (ersatzweise Limburger), Frischkäse und Butter mit einer Gabel gut zerdrücken. Wenn die Sachen zimmerwarm sind, geht es leichter. Wenn die Masse nicht geschmeidig genug ist, ein bisschen neutrales Öl dazu. Dann kräftig mit süßem Paprikapulver, Kümmel, Salz und Pfeffer würzen. Und schließlich einen klein gewürfelten Apfel oder eine Birne und eine fein gewürfelte, am besten rote, Zwiebel dazu und noch einmal gut verrühren. Und wer mag (und ich mag), gibt am Schluss einen Schuss Marillen- oder Birnenbrand dazu. Das Ganze schmeckt wunderbar auf rustikalem Bauernbrot, oder dem ziemlich knackigen Tiroler Schüttelbrot. Und ein kaltes Bier ist dazu eigentlich auch Pflicht.

Ein Kommentar

  1. Anonymous · April 3

    bto: weil wir dann flüchten könnten! Jetzt macht man uns es ja schon schwer, siehe Abschaffung des 500-Euro-Scheins. Plötzlich wäre es „leicht“. Darf nicht sein. Nun denn zu wem flieht man eigentlich? Die unabhängige“ Notenbank von nebenan, die niemals vom Staat zu bestimmten Maßnahmen gedrängt wird/wurde. Die seit 2007/8 die ruhmreiche Aufgabe erhalten hat die Weltwirtschaft zu retten und bei Versagen gegeißelt wird. Unzufriedenheit in der Bevölkerung könnte die Unabhängigkeit“ locker wieder in den Schoß des Staates führen. Das Herausgeben eine Zweit-Währung innerhalb des wichtigsten Staatsmonopols hat andere Beweggründe (Finanzierung von Rüstungsgütern wie mit Mefo-Wechseln). Im NZZ-Artikel wurde ja auch schon gesagt, dass ein Großteil des Geldes digital ist. Die Blockchain ist insoweit interessant da dem Staat eine bessere Kontrolle/Überwachung möglich ist. Es wird aus meinem Blickwinkel so schnell keine Kyrptowährung relevant genug sein, solange Staat und Notenbank in ihrem Machtbereich (z.B. Steuern, Verwaltung der Geldmenge) keine Alternative dulden. Diese Akzeptanz ist so enorm, dass innerhalb eine weltweit relevanten Währung oder Wirtschaft die Bevölkerung es hinnimmt.

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