Gebratene Blutwurst auf rotem Zwiebelkompott mit Kartoffelcroutons

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Das hier ist ein total improvisiertes Gericht. Auslöser: Bei uns im Viertel gibt es einen Metzgerladen. In der Auslage liegen immer vier Stapel Wurst. Sonst nichts. Und nie sehe ich einen Menschen in dem Laden, weder hinter, noch vor der Theke. Aber gestern trieb mich die Neugier doch rein. Und direkt, nachdem ich den Laden betrat, ging auch drinnen eine Tür auf, aus der ein Männchen kam, das mich begrüßte. Nach etwas Verlegenheits-Gequassel und eigentlich mehr, um als, wahrscheinlich einziger Kunde des Tages nicht ohne Kauf den Laden zu verlassen, entschied ich mich für einen Ring geräucherter Blutwurst. Denn gute Blutwurst liebe ich. Und ich dachte, wenn sie nur vier Sachen machen, dann vielleicht gut. Und ja, sie war gut. Trocken und fest, nicht so sehr zu kalt Essen, aber ideal zum Braten. Und dann kamen mir im Nachdenken über die weitere Verwendungen zwei Ideen: Als Ravioli, auf Rahmsauerkraut (das mach ich auf jeden Fall noch) und in Verbindung mit was würzig-Süßem, einfach gebraten.

In Holland hatte ich mal, ich meine, es war einfach als Appetizer zu Brot und Butter, eine richtig gute Zwiebelmarmelade gegessen. Das fiel mir dann heute wieder ein. Und sie ist auch der Punkt bei diesem Rezept. Sanft, süß-sauer und würzig passt sie zu ganz vielen Sachen: Käse, gebratenem oder gegrilltem Fleisch, wie hier, zu Würsten, ich könnte sie mir sogar zu einem gebratenen Heering vorstellen. Und das Tolle: Sie ist fix gemacht und lässt sich, ob dem großen Anteil von Zucker und Essig, auch gut aufheben. In der Überschrift schreibe ich „Kompott“, da noch zimmerwarm verwendet und etwas flüssig. Richtig kalt geliert sie aber und wird zur Marmelade.

Rezept

Für die Zwiebelmarmelade brauchen wir zu gleichen Teilen Zucker und rote, in feine Ringe geschnittene Zwiebeln, hier mal je 200 g. Zuerst den Zucker mit einem ordentlichen Schuss Wasser, ein paar Scheiben Ingwer und ein paar Pimentkörnern in einem Töpfchen aufkochen. Es können sicher noch mehr Gewürze dazu: Lorbeer, Nelke und Thymian würden sicher gut passen, vielleicht auch ein paar Senfkörner. Wenn der Zucker flüssig geworden ist, die Zwiebeln dazu geben und vielleicht 100 ml weißer Balsamico oder Apfelessig. Außerdem reichlich frisch gemahlener Pfeffer und eine ordentliche Prise Salz. Außerdem ein geschälter, geriebener Apfel. Aufkochen und probieren – es sollte süß-sauer-würzig sein. Ggf. ein bisschen justieren. Und dann alles zugedeckt 30 min. weich köcheln lassen. Und schließlich in im Ofen oder heißem Wasserbad sterilisierte Weckgläser geben und auf den Deckel gedreht erkalten lassen. Das hält im Kühlschrank sicher geschlossen mehrere Monate, offen ein paar Wochen.

Für die Variante hier: Ein paar Kartoffeln in Würfelchen schneiden und in Öl knusprig braten, währenddessen mit Kümmel, Salz und Pfeffer würzen.

Die Blutwurst häuten und in Scheiben schneiden, diese in Mehl wenden und in etwas Butter braten.

Alles zusammen anrichten. Wer hat, gibt noch ein paar Blättchen frischen Majoran drauf. Für mich passt dieses Gericht super in die Kategorie „Tapas“ – also drei bis fünf kleine Gerichte, die man mit mehreren Leuten zum Wein oder Bier isst.

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