Gegrillter Radicchio Tardivo mit Ziegenkäse

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Dieses grandiose, fleischige, saftige, leicht bittere und gleichzeitig etwas süße Wintergemüse hatte ich zuletzt in Venedig und war sehr begeistert. Heute war ich hier in München wieder in dem, wie ich finde aller-allerbesten türischen Supermarkt „Verdi“ in der Landwehrstraße und dessen absolut fantastischer Gemüseabteilung. Und tatsächlich: Zum ersten mal sah ich dieses grandiose, im übrigen ziemlich aufwändig zu ziehende und deshalb wirklich edle Gemüse hier in Deutschland. Knackfrisch, wahrscheinlich über Nacht aus Norditalien geliefert. So ist die einzige Herausforderung an diesem extrem einfachen, aber sehr charaktervollen Gericht, das Produkt überhaupt zu bekommen. Ich denke, mit normalem Radicchio oder Chicoree kann man das auch machen, aber ich meine auch, es ist nicht halb so gut, wie mit dem Original. Also, wenn ihr den Radicchio Tardivo einmal bekommt und ein bisschen experimentierfreudig mit leichten Bitternoten seid: Kaufen und ausprobieren.

Rezept für zwei Personen:

Zwei große Radicchio Tardivo Köpfe halbieren, mit ein bisschen Olivenöl beträufeln, leicht salzen und in einer Grillpfanne (oder einer normalen Pfanne) erst auf der Schnitfläche, dann auf der anderen Seite ein paar Minuten grillen bis beide Seiten Bratspuren haben und die weißen Stengel leicht glasig werden, dann beiseite stellen.

Zu dem leicht bitteren Salat passt eine süße Balsamicoreduktion. Ich hasse die fertigen Balsamico-Cremes. Ein bisschen Traubensaft und Essig ein bisschen abgebunden und für den zehnfachen Preis verkauft. Und für mich ist das Zeug in Restaurants, inflationär auf jeden Teller gekleckert, immer ein untrügliches Zeichen für dämliche Köche. Aber ich schweife ab – hier passt es und wir machen es fix selbst: In einem Töpfchen einen Esslöffel Zucker karamellisieren und dann mit vielleicht 100 ml Balsamico ablöschen. Aufkochen und mit einem knappen TL in ein bisschen Wasser aufgelöster Speisestärke abbinden. Nochmal aufkochen, ein bisschen frisch gemahlenen Pfeffer dazu und fertig. Das hier geht mit einem billigen Balsamico. Wer einen tollen, alten Balsamico hat, macht damit bitte GAR NIX, sondern träufelt ihn einfach über den Radicchio und fertig.

Super passt zu dem Radicchio ein bisschen warmer Ziegenkäse. Diesen einfach in einer beschichteten Pfanne mit ein bisschen Olivenöl von jeder Seite vielleicht eine knappe Minute braten.

Radicchio und Käse auf den Teller geben, ein bisschen tolles Olivenöl drüber, einen Löffel von der Balsamicoreduktion und ein bisschen frisch gemahlenen Pfeffer. Dazu unbedingt ein bisschen Weißbrot, mit dem man die ganzen wunderbaren Säfte auftunken kann, die sich auf dem Teller bilden.

Dieser Radicchio ist wirklich ein tolles Produkt, geht auch gut mit Pasta oder Risotto, oder, mit ein bisschen Speck oder Salsiccia gebraten zu ein paar Bratkartoffeln oder Polenta.

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