Einfache Veggie Miso Ramen

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Lange hab ich gedacht, dass man sich an Ramen gar nicht erst selbst ranwagen soll: Zu viele Zutaten, zu viel Vorbereitung. Aber ich liebe das Zeug. Und ich hatte vom Risotto noch reichlich frisch gekochte Gemüsebrühe. Und ich hab dann gedacht: Ich schau mal im Asialaden, was ich krieg und mach einfach. Und ich bin echt überrascht, wie nah ich dem Original gekommen bin, obwohl ich nicht alle Zutaten genau so hatte, wie im Original gedacht. Aber wenn man einen Geschmack im Kopf hat, kommt man doch erstaunlich schnell in die richtige Richtung. Also hier mein erster, schneller und wirklich guter Versuch. Und die Erkenntnis: Das gibt es jetzt öfter.

Kalbshaxe mit Safranrisotto, oder: Die günstigen Stücke sind eigentlich die besten.

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Ich muss sagen: Das hier ist wahrscheinlich das Beste, was ich seit langer Zeit gegessen oder gekocht habe. Und es bestärkt mich ich einer Sache, die schon lange in mir arbeitet: Nämlich, das günstige Zutaten, in die man ein bisschen Arbeit steckt, oft viel besser sind, als teure Produkte, die man einfach nur warmmachen muss. Wie sagte mein Hero Anthony Bourdain: „Das Rinderfilet ist die Paris Hilton der Küche: Teuer, unkompliziert und mit wenig Charakter.“ Das hier wiederum ist der absolute Wahnsinn: Schmelzend zart, aromatisch, rund. Und das für das Safranrisotto reicht ein Gramm gemahlener Safran, der kostet vielleicht fünf Euro für locker drei Portionen. Und dazu kommt: Ich glaube, das kriegt jeder hin!

Salat von Cedri und Fenchel mit Seeteufelbäckchen

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Seeteufelbäckchen? Cedri? Macht der auch nochmal was Normales? Tatsächlich ticke ich vielleicht anders als viele Leute, die oft vor allem das essen, was sie schon kennen. Ich esse nämlich am liebsten Sachen, die ich NICHT kenne. Nicht aus Ehrgeiz der für den Blog oder sonstwas. Sondern einfach aus Neugier. Es geht auch nicht darum, jetzt alle Läden abzuklappern, um die Zutaten zusammen zu kriegen, aber wenn Ihr sie mal seht, wisst Ihr jetzt, was zu tun ist! Und nicht alles, was exotisch scheint, muss auch teuer sein, oft ganz im Gegenteil, siehe Kalbshirn oder Rinderzunge… Auch die Seeteufelbäckchen sind ein verhältnismäßig günstiges Produkt, das ich bis gestern gar nicht kannte, mir aber bei meinem Fischhändler sofort als probierenswert auffiel. Sie waren unglaublich gut, schön fest, saftig, aromatisch und durch die kompakte Konsistenz auch super mit schön Farbe anzubraten. Und bei einer Portion wie dieser, die eher eine Vorspeise oder ein Fischgang, als ein 1-Teller-Gericht ist, reden wir da preislich von 4-5 Euro für den Fisch. Und vielleicht nochmal 1 Euro für die Cedri. Die ist die zweite Premiere. Dass es diese Riesenzitronen gibt, wusste ich schon, auch, dass man sie im Ganzen, also inklusive der dicken Schale verzehrt. Aber probiert habe ich sie noch nie, bis sie mir neulich in meinem Lieblingssupermarkt „Verdi“ entgegenleuchteten. Und was soll ich sagen: Die war sehr gut und in der Kombination mit Fisch und Fenchel regelrecht grandios.

Spaghetti cacio e pepe. Die einfachsten Sachen sind oft die schwierigsten.

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Es gibt wohl, neben Spaghetti pomodoro keine Pasta, die die Komplexität in der Einfachheit der italienischen Küche so gut verkörpert, wie Pasta cacio e pepe. Klassisch heisst das genau drei Zutaten: Pasta, Pfeffer und Käse. Trotzdem bin ich an keinem Pastarezept bisher so oft gescheitert, wie diesem. Der Idealzustand: Eine mehr aromatisch, als scharf nach Pfeffer schmeckende, intensive, aber nicht übersalzene Pasta, bei der der Käse nur mit dem Pastakochwasser eine glatte, nicht grisselige, aber auch nicht wässrige Emulsion bildet, die sich um die, natürlich perfekt al dente gekochten Spaghetti schmiegt. Ich glaube, jetzt weiss ich, wie es geht.

Gefüllte Artischockenböden mit Kichererbsencreme

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Nach viel Fleisch in der letzten Woche hatte ich dieses Wochenende wirklich Bock auf Gemüse. Ich brauch es einfach und es gibt natürlich eine Menge Gemüsegerichte die in sich rund und wirklich wunderbar sind und bei denen ich gar nicht wüsste, wo man da noch Fleisch unterbringen könnte. Naja, Speckwürfel drüber gehen vermutlich immer.. 😉 Aber ich meine auch: Solche Gerichte brauchen oft ein bisschen mehr Mühe, als z.B. ein Steak zu braten. Artischocken putzen ist echt ein bisschen mühsam. Und günstig sind die Dinger hier leider auch nicht. Aber ich finde, das Ergebnis lohnt sich – ein absolut zartes, nussiges Gemüse mit lockerer, würziger Füllung und einem so runden, wie sättigenden Kichererbsenpüree. Gemüse zum Verlieben halt. Wer keine Artischocken kriegt oder nicht so viel Fummelei haben will: ich glaube, mit großen Champignonköpfen geht das auch toll. Die müssen natürlich nicht blanchiert werden, sondern können direkt mit der Füllung in den Ofen.

Gegrillte Kalbszunge mit feuriger Kirschtomaten-Salsa

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Haaaaalt. Stop! Ich weiss genau, was ihr jetzt denkt: Nach der Hirn-Nummer exerziert der jetzt alle Grusel-Produkte durch, von wegen „nose-to-tail“ und so. Noch da? Wenn ja, fass ich mich kurz: Das Kalbshirn war ein Versuch, ein gelungener, aber doch mehr von Neugier getrieben, als von der wirklichen Lust auf das Produkt. Und auch mehr was für Leute, die das auch so sehen. DAS HIER wiederum ist das ZARTESTE und AROMATISCHSTE Fleisch, das ich seit langer, langer Zeit gegessen habe. Absolut Mainstream-tauglich und geeignet, jeden Skeptiker eines Besseren zu belehren. Ich gehe noch weiter: Das hier gehört zu den, überraschenderweise, besten Gerichten, die ich je gekocht und gegessen habe. So begeistert bin ich. Immer noch da? Glück gehabt: Willkommen im Kreis der Wissenden!

Linguine mit Cima di Rapa

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Cima di Rapa, auf Deutsch „Stängelkohl“ ist ein mit dem Brokkoli verwandtes Blattgemüse, das man vor allem in Italien sehr gerne mit Pasta isst, traditionell mit Oreciette. Ich hatte es noch nie, aber da es im unglaublichen türkischen Supermarkt „Verdi“ in München ALLES gibt (wer irgendwie auf Gemüse und gutes Lamm- und Kalbfleisch steht und da noch nicht war, muss einfach hin), fiel er mir am Wochenende in die Hände. Ein tolles Zeug, zart, aromatisch und absolut kinderleich zu verarbeiten. So bald die Pasta fertig gekocht ist, ist alles fertig. Ich meine, das Linguine auch sehr gut passen und hier gibt es zwei Varianten – veggie und fleischi.

Plädoyer für den Oktopus #2: Oktopus Bolognese

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Hier kommt noch das angedrohte zweite Oktopusrezept – funktioniert wirklich gut, wenn auch, so meine ich, nicht unbedingt, um es Oktopus-Skeptikern unterzujubeln. Ich denke, dafür ist das Gröstl besser, da in Geschmack und Konsistenz purer und zugleich geschmacklich auch mit Oktopus-freien, vertrauten Komponenten, wie den Kartoffeln. Aber machen kann man das hier absolut. Natürlich auch eine nette Variante für Fisch-essende Veggies, die mal wieder ein bisschen Bolo-Feel haben wollen.

Gebackenes Kalbshirn mit Blattsalaten

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Heute Nachmittag habe ich auf facebook ein Foto eines rohen, blutigen Kalbshirns gepostet, verbunden mit der Frage, ob man dieses „interessant“ oder „ekelerregend“ fände. Die Reaktionen reichten von „nicht mein Ding“, über „geht gar nicht“ bis „absolut widerlich“. Mir ist erstmal wichtig: Ich wollte mit der Aktion nicht provozieren, kann die Reaktionen nachvollziehen und will niemanden belehren. Aber vielleicht doch ein bisschen zum Nachdenken über das Thema Tiere essen und Fleisch im Allgemeinen anregen. Und ich denke, dass es in einem Foodblog wie diesem auch ruhig immer mal um ein paar unbekannte / seltsame Produkte gehen darf. Wer braucht schon das hunderste Rezept für Königsberger Klopse? Aber wenn sich jemand vor den Kopf gestoßen fühlt, dann respekiere ich das.

Für mich ist Hirn ein relativ vertrauter Geschmack. Mein Großvater hatte zu DDR-Zeiten immer Schweine, das Schlachtfest war ein Ereignis. Und es gab auch immer Tellerweise gebratenes Schweinehirn. Besonders für mich. Im Schwäbischen ist Hirnsuppe, soweit ich weiss, ein beliebtes Konfirmatiosgericht. Das gebackene Kalbshirn, so wie hier, nur mit Kartoffelsalat, hab ich ein paar Mal in einem von mir sehr geschätzten, einfachen, aber sehr guten Weinrestaurant in Wien gegessen. Und hier in München liebe ich es, in dem mega-tollen türkischen „Verdi“ Markt in der Landwehrstraße einzukaufen. Neben der unfassbaren Gemüseauswahl ist die Fleischtheke mein Highlight. Dort werden direkt hinter dem Tresen mit unglaublicher Fingerfertigkeit ganze Lämmer zerlegt – der Zerleger braucht für ein Tier vielleicht zwei Minuten. Und in der Auslage gibt es, mega-frisch, absolut alle Teile vom Tier, die man essen kann. Und so hab ich mich heute mal getraut, vor allem aus Neugier, aber auch, weil ich es mag und mal machen wollte, ein Kalbshirn zu kaufen. Und ich muss wirklich sagen: So zubereitet mag es sicher immer noch kein Allerweltsgericht sein. Auch nicht für mich. Doch: es war sehr, sehr gut, auf eine wirklich mächtig andersartige Weise. Aber ich mochte es. Ganz neutral und unideologisch. Aber auch vor dem Hintergrund der, wie ich finde zu Recht, beliebten „nose to tail“ Haltung, die gerade wieder die Runde macht und die ich nur unterschreiben kann.