Drei Crostini „Rialto“

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Ich hab es ja schon oft geschrieben: Wer in einer Waldhütte, Ferienwohnung oder womöglich sogar auf offenem Feuer kochen kann, der kann wirklich kochen. Meist gibt es außer Salz und Zucker kaum Gewürze, keine Geräte, meist stumpfe Messer, wenig Platz, schlechte Pfannen. Mit allem kann man sich arrangieren, wenn man nur eines hat: tolle Zutaten. Ich erinnere mich immer wieder an einen Waldspaziergang in Finnland, bei der wir eine Hand voll Pfifferlinge fanden. Die unter zwei Eier gequirlt und mit ein bisschen Butter gebraten (ich meine, wir hatten nicht mal Salz) waren einfach der Himmel. Gestern war ich hier auf dem Markt, heute gibt es, aus meiner winzigen Kochnische, vor deren Fenster allerdings die Lagune schwappt und die Möven kreischen, drei Crostini mit Zutaten ausschließlich vom gestrigen Marktbesuch. Und ich meine: Die waren alle super und lassen sich auch daheim hinkriegen….

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Osteria

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Murano, späte Mittagszeit. Es SCHIFFT. Wie viele Glasläden braucht der Mensch? Offensichtlich mehr, als Orte zum Essen. Hunger, kalt, nass. In solchen Situationen bin ich in der Regel nicht wählerisch. Den erstbesten Laden suchen und rein. Nur: an der Hauptstraße sind alle brechend voll. Ich sehe „tourist menues“, die sichersten Zeichen, das ein Laden nix taugt. Und stelle mich dennoch an. Schlecht gelaunte Kellner ignorieren mich, asiatische Reisegruppen essen Lasagne und Bistecca. Ich habe Hunger, aber ich bin auch ein ungeduldiger Mensch. Wieder raus in den Regen. Entlang einer unzählbaren Reihe von Glasläden. Dann: Osteria irgendwas.

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Markttag

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Ich glaube, man muss ziemlich tough sein, um hier zu leben. Nur noch 60.000 Einwohner hat Venedig heute. Die meisten davon im Rentenalter. Das Leben ist beschwerlich, die Wege weit, das Freizeitangebot begrenzt. Und Venedig ist die teuerste Stadt Italiens. Kein Wunder: Alles, aber auch alles muss per Boot transportiert und dann auf Sackkarren durch die engen Gassen gewuchtet werden. Heute war ich schon um acht unterwegs. Auf dem Weg zum Markt.

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Winter in Venice

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Es ist kalt. Saukalt. Mit dem Markusplatz im Rücken pflügt sich das Boot durch das pechschwarze Wasser der Lagune. Ungefähr 30 Minuten sind es von hier bis zum Anleger „Fondamente Nuove“, wo ich mein Zimmer habe. Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag. Die Stadt schläft. Vorbei ziehen stockdunkle Hafenanlagen, eine brüchig aussehende Werft. Gespenstisch beleuchtete Lastkräne. Es riecht frisch und modrig zugleich. Bei vielleicht 3 Grad kriecht die feuchte Luft durch die Klamotten. Doch ich will nicht unter Deck. Zu morbide-schön das alles.

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