Drei Crostini „Rialto“

IMG_8169.JPG

Ich hab es ja schon oft geschrieben: Wer in einer Waldhütte, Ferienwohnung oder womöglich sogar auf offenem Feuer kochen kann, der kann wirklich kochen. Meist gibt es außer Salz und Zucker kaum Gewürze, keine Geräte, meist stumpfe Messer, wenig Platz, schlechte Pfannen. Mit allem kann man sich arrangieren, wenn man nur eines hat: tolle Zutaten. Ich erinnere mich immer wieder an einen Waldspaziergang in Finnland, bei der wir eine Hand voll Pfifferlinge fanden. Die unter zwei Eier gequirlt und mit ein bisschen Butter gebraten (ich meine, wir hatten nicht mal Salz) waren einfach der Himmel. Gestern war ich hier auf dem Markt, heute gibt es, aus meiner winzigen Kochnische, vor deren Fenster allerdings die Lagune schwappt und die Möven kreischen, drei Crostini mit Zutaten ausschließlich vom gestrigen Marktbesuch. Und ich meine: Die waren alle super und lassen sich auch daheim hinkriegen….

Read More

Osteria

IMG_8088IMG_8093IMG_8095

Murano, späte Mittagszeit. Es SCHIFFT. Wie viele Glasläden braucht der Mensch? Offensichtlich mehr, als Orte zum Essen. Hunger, kalt, nass. In solchen Situationen bin ich in der Regel nicht wählerisch. Den erstbesten Laden suchen und rein. Nur: an der Hauptstraße sind alle brechend voll. Ich sehe „tourist menues“, die sichersten Zeichen, das ein Laden nix taugt. Und stelle mich dennoch an. Schlecht gelaunte Kellner ignorieren mich, asiatische Reisegruppen essen Lasagne und Bistecca. Ich habe Hunger, aber ich bin auch ein ungeduldiger Mensch. Wieder raus in den Regen. Entlang einer unzählbaren Reihe von Glasläden. Dann: Osteria irgendwas.

Read More

Markttag

IMG_8073IMG_8077

Ich glaube, man muss ziemlich tough sein, um hier zu leben. Nur noch 60.000 Einwohner hat Venedig heute. Die meisten davon im Rentenalter. Das Leben ist beschwerlich, die Wege weit, das Freizeitangebot begrenzt. Und Venedig ist die teuerste Stadt Italiens. Kein Wunder: Alles, aber auch alles muss per Boot transportiert und dann auf Sackkarren durch die engen Gassen gewuchtet werden. Heute war ich schon um acht unterwegs. Auf dem Weg zum Markt.

Read More

Winter in Venice

25790790_10208865704313393_6594978703679067412_o

Es ist kalt. Saukalt. Mit dem Markusplatz im Rücken pflügt sich das Boot durch das pechschwarze Wasser der Lagune. Ungefähr 30 Minuten sind es von hier bis zum Anleger „Fondamente Nuove“, wo ich mein Zimmer habe. Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag. Die Stadt schläft. Vorbei ziehen stockdunkle Hafenanlagen, eine brüchig aussehende Werft. Gespenstisch beleuchtete Lastkräne. Es riecht frisch und modrig zugleich. Bei vielleicht 3 Grad kriecht die feuchte Luft durch die Klamotten. Doch ich will nicht unter Deck. Zu morbide-schön das alles.

Read More

Tortellini al brodo, sort of…

IMG_8000.JPG

Ich mag Weihnachten. Aber es überfordert mich auch. Woran das liegt? Erwartungen. In meinem Job als Kommunikationsmanager, hab ich hundert Leute, die Erwartungen haben: Unsere, meine eigenen, Künstler, Manager, Partner, Veranstalter, Journalisten…. Das ist cool, denn jeder hat diese Ansprüche zu Recht. Es ist unser Job. Auch privat kann ich VIEL geben. So lange ICH entscheiden kann, was und wieviel. Alles drüber ist nicht so leicht, wie verständlich auch immer. Mein Job kulminiert bis zum 23.12.. Und in den letzten Jahren sind mir die Erwartungen der Weihnachtszeit zu viel geworden. Das heisst, sie waren schon lange zu viel, aber seit drei Jahren traue ich mich, etwas dagegen zu unternehmen. Und so bin ich auch dieses Wochenende alleine in München. Und setze mich am Montag in den Zug nach Venedig, die, im Winter, wahrscheinlich schönste Stadt der Welt. EUCH nehm ich natürlich mit. Das soll mich aber alles nicht daran hindern, war Nettes hier zu Hause zu kochen. Vor den Feiertagen, mit traditionell reichhaltiger Kost, kommt mir dieses Gericht hier, Tortellini al brodo, wirklich perfekt vor. Wärmend, schlicht, leicht und doch etwas ganz Besonderes.

Read More

Mehr geht nicht: Raviolo mit Spinat, Ricotta und flüssigem Eigelb

IMG_7988.JPG

Was soll ich sagen: Wenn man jemandem, egal ob nun des eigenen oder des anderen Geschlechts, mal küchenmäßig beweisen will, dass man ihn / sie wirklich liebt, rate ich zu diesem unwiederstehlich schlichten und zugleich perfekten, ganz und gar klassischen Gericht. Vorher muss man sich in ein bisschen Selbstliebe üben und das ein paar mal ausprobieren. Denn: richtig schwierig ist es nicht, aber ein bisschen Übung braucht es schon und Üben ist in dem Fall wirklich richtig schön.

Read More