Wärme für trübe Tage: Pink Bortschtsch

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Bei solchen Wetter wie heute ist mir sooo nach wärmenden Eintöpfen. Die gibt’s hier jetzt häufiger, denn, abgesehen von der wärmenden Wirkung, finde ich diese ursprüngliche Art zu kochen – alles in einem Topf auf dem Herd / Feuer – wirklich romantisch. Das Original Borschtsch Rezept habe ich von einer guten Freundin aus Finnland (danke Anna-Kaisa!), die hervorragend kocht und sehr oft in Russland war. Das ist auch die Basis für meine Variante, ein bisschen dran gedreht hab ich aber dennoch. Ein wahnsinnig wohltuender, gesunder, preisewerter Eintopf, den ihr unbedingt ausprobieren solltet.

Ich meine: DAS Borschtsch Rezept gibt es nicht und auch vieles, von dem ich dachte, dass es unbedingt rein muss, z.B: Weißkohl, ist keinewegs Pflicht. Auch Rote Beete muss nicht, es gibt z.B. auch einen „Grünen Borschtsch“. Und es gibt Varianten mit Fleisch, meistens Speck oder Kassler und welche ohne. Es können Pilze mit rein, natürlich auch Kohl. Vor allem Sachen, die sich gut lagern und / oder trocknen lassen.

Rezept

Zwei große oder vier kleinere Knollen Rote Beete, zwei große Karotten, drei große mehligkochende Kartoffeln und zwei rote Zwiebeln würfeln. Die Zwiebeln in einem großen Topf in etwas Öl gut anschwitzen. Vier fein geschnittene Knoblauchzehen und eine fein geschnittene Chillischote dazu. Außerdem 2 EL Zucker. Dann die Gemüse dazu geben und ein paar Minuten mitschwitzen. Schließlich mit Brühe auffüllen, so das die Gemüse gut bedeckt sind (hier: Gemüsebrühe, weil ich vegetarisch bleiben will – sonst ist eine Hühner- oder Rinderbrühe natürlich super, zur Not tut’s auch Wasser). Dazu: Salz, Kümmel, Lorbeerblätter und die fein geschnittenen Stiele eines Bundes Dill. Einmal aufkochen und dann locker 45 min. leicht köcheln lassen.

Wenn die Garzeit rum ist und alle Gemüse richtig schön weich und die Kartoffeln praktisch zerfallen sind und die Suppe schön gebunden haben, ein paar Mal mit dem Kartoffelstampfer durch die Suppe gehen und die Gemüse ein bisschen andrücken, so dass sie noch ein bisschen mehr binden. Aber alles soll stückig bleiben – auf einen Fall pürieren – ggf. lieber einfach lassen, wie sie ist. Jetzt einen kräftigen Schuss Balsamico, 1/2 fein gehackten Bund frischen Dill, 1-2 Becher Saure Sahne, 1 fein geriebene Knoblauchzehe und frisch geriebene Muskatnuss. Alles gut umrühren, probieren und mit Salz, Pfeffer und ggf. Zucker und Essig abschmecken – die Suppe soll kräftig und leicht süß-sauer schmecken.

In tiefen Tellern anrichten und mit ein bisschen mehr frischem Dill und ggf. einem Klecks saurer Sahne und Croutons aus Bauernbrot (einfach in Butter knusprig braten und ein bisschen salzen) garnieren.

Wer mag, kann gleich am Anfang ein Stück Kassler oder Bauchspeck dazu geben, mitgaren und dann rausfischen und kleinschneiden. Oder man mischt am Ende ein bisschen gebratenen Speck unter. Auch alle Würste die man mag sind sicher toll. Oder obendrauf ein bisschen Räucherfisch und frisch geriebener Meerrettich.

Aber auch so, ganz pur, ist das eine wirklich runde Sache. Ich habe gemerkt, dass es gut ist, wenn man z.B. einen Tag ein tolles Steak hatte, die nächsten ein, zwei Tage was ganz Einfaches zu essen und sich dabei auf das Wesentliche zu beschränken. Am Ende ist eine Pellkartoffel mit ein bisschen Butter und Salz genau so toll, wie ein teures Stück Fleisch oder Fisch oder eine Pasta mit Trüffeln. Alles zu seiner Zeit.

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