Pfälzer Rumpsteak (und Weinschorle-Basics)

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Außerhalb der Pfalz wird man ein „Pfälzer Rumpsteak“ wohl auf keiner Speisekarte finden. IN der Pfalz aber auf JEDER. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es ähnliche Zubereitungen in vielen Regionen unter vielen Namen gibt. Aber, zum Beispiel zu einem Zwiebelrostbraten, der eher dünn geschnitten und mit einer richtigen Zwiebelsoße und natürlich mit Spätzle serviert wird, gibt’s schon einige Besonderheiten. Und vor allem verbinde ich viel mit dem Gericht: Ich hab ja sieben Jahre in der Pfalz gelebt, eine ganze Zeit davon in der Ausbildung mit bescheidenem Gehalt. Und wenn man dann doch mal zum Deidesheimer Restaurant „Winzerverein“ ging, und sich ein Pfäzer Rumpsteak für um die 20 Euro reinzog und dazu noch vier Rieslingschorlen, dann war das schon ein erhebendes Luxuserlebnis. Und auch noch lange danach in unserer Pfalz-Zeit das Sinnbild von „heute gönnen wir uns was“.

Rezept

Die Bratkartoffeln (und NUR Bratkartoffeln sind die original-Beilage für dieses Gericht) macht man schon am besten aus vorgekochten Pellkartoffeln. Es geht auch aus rohen, aber besser isses so. Also Kartoffeln fürs Abendessen z.B. am Vormittag nicht zu weich vorkochen und bei Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Ein stattliches Rumpsteak, 250 – 300 g, gut marmoriert und abgehangen ca. 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 100 Grad vorheizen. Steak gut salzen und in einer Pfanne mit ein bisschen neutralem Öl von beiden Seiten je ca. 2 1/2 min. gut anbraten. Steak pfeffern und auf dem Rost in der Ofenmitte ca. 25 min. gar ziehen lassen. Bratfett abgießen, Bratensatz in der Pfanne lassen, ein bisschen frisches Öl dazu und drei in Streifen geschnittene Zwiebeln in der Pfanne anbraten, gleich ein bisschen salzen und zuckern.

Parallel die Kartoffeln pellen, in dünne Scheiben schneiden und in einer Pfanne, die groß genug ist, dass nicht zu viele Kartoffelscheiben aufeinander liegen, bei mittelhoher Hitze langsam und unter seltenem Wenden hellbraun braten. Beim Braten salzen, pfeffern und ein bisschen Kümmel dran. Außerdem kurz vor Schluss ein bisschen gehackte Petersilie dazu.

Parallel zu den Kartoffeln weiter mit den Zwiebeln: Wenn die hellbraun angebraten sind, mit einem ordentlichen Schuss Weißwein ablöschen und so lange köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast weg ist und die Zwiebeln ganz weich sind. Wenn der Wein zu schnell verkocht, ruhig noch ein bisschen Wasser dazu — nicht zu viel Wein, sonst wird die Sache zu sauer. Am Schluss noch ein Stück Butter unterrühren und mit Salz, Pfeffer und eventuell ein bisschen Zucker abschmecken. Wie gesagt: Wir wollen keine Zwiebelsoße, auch keine knusprig frittierten, wie man sie manchmal auf Rumpsteaks kriegt, sondern einfach weiche, hellbraun geschmorte Zwiebeln.

Rumpsteak aus dem Ofen nehmen und mindestens noch 5 min. ruhen lassen. Dann im Ganzen zusammen mit ordentlich Zwiebeln und Bratkartoffeln auf einen vorgewärmten Teller geben.

Getränk

Natürlich passt zu sowas gut ein Rotwein, z.B. ein Dornfelder oder Spätburgunder aus der Pfalz. Aber zum Original Gefühl geht nichts über die Pfälzer Weinschorle.Die ist IMMER 0,5 l und im Verhältnis 300 ml Wein / 200 ml Mineralwasser. Und als Wein geht eigentlich NUR Riesling, ich finde aber, am besten geht halbtrockener Riesling.

Und dabei sollte man unbedingt auf die Qualität achten. Anders als in nicht-Weingegenden ist die Weinschorle in der Pfalz überhaupt nichts Minderwertiges, in dem man irgendwelche Plörre verklappt. Vielmehr würde man, gerade bei den Weinfesten, die im heißen Pfälzer Sommer durchgängig irgendwo entlang der Weinstraße stattfinden und lange dauern, viel zu schnell schlapp machen, tränke man die ganze Zeit puren Wein. Das macht zu diesen Anlässen tatsächlich fast niemand.

Es braucht natürlich kein Kabinett-Wein sein, aber ein guter Qba – Qualitätswein auf jeden Fall. Ich würde sagen, in Supermarktkategorien einer für 4 bis 5 € die Flasche. Denn, nur mit Wasser (und nicht etwa mit Limonade) gemischt, schmeckt man den Wein weiterhin klar heraus.

Merke „En guude Woi gibt aach en guude Schorlle.“

 

 

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