Safranrisotto „Echo Jazz“ mit Garnelen, Jakobsmuscheln, Fenchel und Thai-Spargel

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Ich dachte mir heute: ganz langsam und gemütlich was kochen, das in keinster Weise Stress erzeugt. Und beim Kochen den ECHO Jazz schauen und ein bisschen Wein trinken. Hat gut geklappt – der ECHO und das Kochen…

Rezept

Ich möchte mal voraus schicken: das klingt jetzt alles ein bisschen kompliziert. Das Einzige, was wirklich kompliziert ist: vor allem im ländlichen Raum ein paar Zutaten zu kriegen. Ich mach aber auch ein paar Überbrückungsvorschläge…

Als erstes machen wir uns einen Fond, mit dem später der Reis angesetzt wird. Und ich steh für Meeresfrüchterisotto nicht auf Fischfond – zu intensiv. Also: Zwei Hand voll Garnelen schälen und die Schalen aufheben.Nun isses so: Es gibt beim Lidl argentinische Rotgarnelen – Wildfang (TK)! Die sind wirklich sehr, sehr gut. Wenn die Sache einen Haken hat: Erspart ihn mir ausnahmsweise. Ich hab bei Lidl seit gut zehn Jahren kein Fleisch mehr gekauft, bin kein Fan von dem Laden. Aber: Wenn ab jetzt jemand aufhört zu lesen, weil ich da immer mal vorbei fahre: so sei es. (wie war das mit dem ersten Stein…?)

Jedenfalls: das entscheidende Ding ist die Schale. Die Garnelenschalen also in einem recht breiten Topf mit ein bisschen Öl anrösten, bis es leicht nach Tinte riecht. Dann dazu: die fein geschnittenen Außenblätter einer Fenchelknolle, eine in Scheiben geschnittene Karotte, eine geschälte, halbierte Zwiebel, ein Stück in Scheiben geschnittener Ingwer, eine halbe Knoblauchzehe und eine gewürfelte Tomate. Alles ein bisschen anrösten. Dann mit einem Glas Weißwein ablöschen, kurz danach ein Liter Wasser und 2 TL Salz. Dann ca. 45 min. köcheln. Das ist unser Fond. Der schmeckt zart nach Garnelen und Gemüse, aber nicht fischig.

Risotto wie immer: In einer schweren Pfanne oder einem großen Topf zwei Hand voll Rundkonrnreis (mein Liebling: Carnaroli – einfach bei der nächsten Italienreise tonnenweise in den Kofferraum, direkt neben das Pastamehl…) zusammen mit einer fein geschnittenen Zwiebel und Knoblauchzehe in reichlich Olivenöl antoasten aber nicht bräunen. Mit 1/4 l trockenen Weißwein ablöschen. Dann Hitze ein bisschen runterschalten und nach und nach, unter Rühren kellenweise den Fond dazu geben. Wenn der Reis halb gar ist, also außen schon ein bisschen weich, innen aber noch mit ordentlich Biss: zwei Gramm Safran dazu geben. Reis mit Fond weiter köcheln.

Parallel: Erst in einer großen Pfanne ein bisschen Thai Spargel und die Herzen der Fenchelknolle(n) mit Öl, ein bisschen  Salz und Zucker knackig braten. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die geschälten Garnelen und ggf. ein paar leicht eingeritzte Jakobsmuscheln (wenn man keine kriegt: einfach weglassen) in die Pfanne und mit etwas Ingwer und Knoblauch, Salz, Chilliflocken und ein bisschen braten. Auch beiseite stellen. Bratensaft, ggf. mit einem Schuss Wasser oder Fond gelöst, mit ins Risotto.

Das ist fertig, wenn es cremig ist, aber jedes Reiskorn noch Biss hat. Dann Topf oder Pfanne vom Herd nehmen, ein ordentliches Stück Butter, eine Hand voll Parmesan (Italiener: Ich weiss, gibt Streit) und frisch gemalenen Pfeffer dazu und kräftig rühren oder besser: schwenken, damit alles ein bisschen montiert, bindet, Luft bekommt.

Eine Kelle Risotto in den unbedingt vorgewärmten Teller. Ein paar Garnelen, ein paar Jakobsmuscheln und ein bisschen Spargel und Fenchel drauf. Und ein bisschen hübsches Olivenöl.

Dazu  kalten Weißwein. Und die Welt schmilzt zu einer angenehm kuscheligen Masse zusammen….

Man mag meinen, dass das ein dekadentes, teures Rezept ist. Ich bin nicht so sicher. Klar, man braucht unbedingt die Garnelen(schalen) aber drei Stück pro Person tun es. Und man braucht den Safran. Bei dem Rezept hier habe ich zwei Gramm benutzt, also für 10 €. Und das reicht für 4 Personen. Die Jakobsmuscheln sind echt optional. Ich wollte halt mal wieder ein paar. Und der Rest ist echt güstig. Ich denke, wir landen hier irgendwo um die 5 € pro Portion…

Ich meine, für den Genuss, der das hier ist, hält sich das in Grenzen. Ich kann aber auf jeden Fall nur dazu motivieren, echten Safran zu verwenden, denn der macht, entgegen der landläufigen Meinung, nicht nur gelb, sondern absolut auch einen ganz unverwechselbaren Geschmack. Und ich glaube, der ist wie Trüffel: entweder man kann damit nix anfangen, oder man verfällt dem Geschmack. Ich bin gefangen. So blumig, so reich, so schwer und doch voller Leben. Wunderbar.

Und auch der ECHO ist gut gelaufen. Eine sehr schöne Mischung, charmant und leicht präsentiert und ohne, dass man versuchte, dem Ganzen die Society-Nummer überzuhelfen. Einfach schöne Musik und wirklich gute Menschen und Musiker auf der Bühne.

Ich bin jedenfalls zufrieden…

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