Steely Dan „Two against nature“ – Musik wie Schlagsahne

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Ich will jetzt gar nicht beim Urschleim anfangen. Steely Dan sind hierzulande vielleicht unter ein paar Musikern und Journalisten bekannt, aber nicht viel mehr. Ok, „Ricky don’t lose that number“ und vieleicht noch „Reeling in the years“ und eventuell „Black friday“ laufen manchmal im Oldieradio. Aber für mich wird Steely Dan eigentlich erst seit „Aja“ richtig geil. Meine erste Platte war aber „Two against nature“ aus dem Jahr 2000. Und heute, 2017, ist die besser, als je zuvor.

Damals tauchte bei mir das erste Mal der Name „Steely Dan“ in einem Interview mit meinem damaligen Schlagzeug-Gott Vinnie Colaiuta auf. Der sagte, er hätte einen Haufen Songs mit dem Musiker / Komponisten / Produzenten-Duo Walter Becker & Donald Fagan aufgenommen und wäre schon froh, wenn am Ende seine Hihat bei einer Nummer auf der Platte landen würde. Denn: Steely Dan sind die Meister der Studioarbeit, berühmt-berüchtigt dafür, immer wieder und wieder neue Konstellationen von Musikern für einzelne Songs auszuprobieren und so lange zu basteln, bis es passt.

Der Sound von „Two against nature“ kam mir beim ersten Hören glatt vor, kalt, distanziert. Keinen der Texte verstand ich. Aber ich merkte auch, an dem Ding ist was dran. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich den Sound begriff und lieben lernte. Das Perfekte, aber auf seine Art doch sehr seelenvolle. Und die Eleganz und Coolness, die diese Musik ausstrahlte. Und natürlich dieser unglaublich lässige und doch tighte Groove und der unglaubliche Sound der Platte.

Heute hab ich die Platte auf dem Handy, lauf mit Kopfhörern an einem der schönsten Frühsommertage durch das Viertel und muss beim Laufen ein bisschen Tanzen und mitsingen. Bin ein bisschen wehmütig über die gute, alte Zeit dieser Art von Albumproduktion die es heute nicht mehr gibt. Das Ding wurde, laut Vinnie, ohne Klick aufgenommen. Unglaublich. Und natürlich nicht quantisiert oder sonst irgendwie ver-unmenschlicht.

Man kann, und sollte, diese Musik aber auch einfach genießen, ohne, dass man sich über diese ganzen Dinge Gedanken macht. Sie passt super in diese Jahreszeit, ist so unwiederstehlich locker, macht einen selbst ein bisschen leichter und lässt einen fühlen, dass alles doch nicht ganz so arg ist. Oder doch, aber wenn, dann sollten wir es mit Würde ertragen und Haltung behalten.

Zum Album bei jpc…

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