Absolut himmlische Gersten-Rahmsuppe

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Graupen. Dieses Wort hab ich in der Überschrift absichtlich vermieden. Denn sonst hätte ich gleich die Hälfte Leser weniger. Ich hab keine traumatischen Kindheitserinnerungen an die Dinger. Andere Menschen, so versichert man mir immer wieder, schon. Jedenfalls: ein ur-deutsches Produkt, das jeder kennt und kaum einer benutzt. Nachdem ich in Italien schon ähnliches probieren durfte, hier nun mein Take an eine nordischere Version. Und was soll ich sagen: wirklich kinderleicht, unglaublich gut, wärmend, gesund, preiswert. Machen!!!!

Rezept & was Grundsätzliches zum Thema Brühe

Das letzte Fertigprodukt, das in meiner Küche überlebt hat: gekörnte Gemüsebrühe. Ich will aber unbedingt weg davon. Der Gedanke, an ein Gericht aus frischen Zutaten doch noch zwei Esslöffel Chemie zu geben, ist mir ein Graus. Auf der anderen Seite bin ich keiner, der mal eben einen Sonntag lang Brühe auf Vorrat kocht und einfriert oder einweckt. In einer Profiküche werden Brühe von den ganzen Abschnitten und Resten gekocht. In der Amateurküche schmeisst man oft 500 g Suppengemüse in den Topf, kocht es aus und haut es dann weg. Auch DAS passt mir nicht. Nicht wegen der Kohle, sondern einfach wegen dem Wegwerfen. Jetzt hab ich eine gute Lösung: Für diese Suppe sämtliche Gemüse RICHTIG gur waschen und dann putzen: Drei große Möhren, die Schalen und Abschnitte beiseite, eine Stange Lauch, das Dunkelgrün beiseite, drei Stangen Sellerie, die Endstücke, Blätter und Schalen / Fäden beiseite. Und vielleicht noch eine Stange extra. Die ganzen „Reste“ hacken und in 2 l Wasser geben. Und noch eine ganze Zwiebel dazu. Und dann aufkochen und ca. 40 min. mit 1 EL Salz, einem Lorbeerblatt und einer kleinen getrockneten Chilischote köcheln lassen. Durch ein Sieb geben und fertig ist die Brühe.

Jetzt die Möhren, den Sellerie, den Lauch und zwei mittelgroße Zwiebeln würfeln. In einen großen Topf ein ordentliches Stück Butter geben und darin die Zwiebeln bei mittelhoher Hitze lang richtig weich schwitzen, ruhig 10 – 15 min.. Wichtig. Dann die Karotte und den Sellerie dazu geben, noch ein bisschen mitschwitzen. Dann eine Tasse Gestengraupen dazu und die vierfache Menge Brühe. Salzen. Dann zugedeckt ca. 45 min. köcheln lassen, bis die Graupen schön zart und weich sind, aber noch ein bisschen Struktur haben und nicht komplett zerfallen. DAS ist der Punkt: zu hart = zäh und unsexy, zu weich = Pampe. Wenn die Suppe zu sehr andickt, noch ein bisschen Brühe oder heißes Wasser dazu.

Dann erst den Lauch dazu geben. Bei Möhren und Sellerie ist es schön, wenn die lange kochen und zart werden. Der Lauch wäre in der selben Zeit grau und ekelig geworden. So muss er nun nur noch ein paar Minuten durchziehen. Einen Becher Sahne dazu geben, 1x aufkochen, dann vom Herd. Die abgeriebene Schale einer ganzen Zitrone dazu. Und mit Pfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken. Ganz am Schluss ein bisschen (ca. 2 EL) eines  netten, gehackten Krauts dazu: ich hatte Dill, was super passte. Petersilie oder Kerbel würden, meine ich, auch super funktionieren. Vielleicht sogar eine Mischung.

Das war so, so soooo gut. Wird wiederholt. Und Graupen als Produkt rücken weiter hoch in meiner Gunst. Hoffentlich auch in Eurer.

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