Wärmende Einfachheit: Zuppa di orzo

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Ich hab ja schon oft geschrieben, wie sehr mich die Klarheit und Einfachheit der italienischen Küche beeindruckt und für mich auch mehr und mehr zu meinem persönlichen Küchen-Ideal geworden ist. In Venedig saß ich am frühen Nachmittag in einer sehr einfachen Bar, es gab tolle Sandwiches und zwei Suppen. Eine davon war Zuppa di Orzo, eine ganz einfache Gemüsesuppe mit Gerstengraupen, typisch für Norditalien.

Mein, sicher einheimischer, Tischnachbar hatte die. Und ein ganz kleines Glas Rotwein. Mich hat dieses einfache Mittagessen und die Hingabe und Stille, mit der es verzehrt wurde, sehr beeindruckt. Ich hatte die Suppe dann auch. Wirklich nichts Spektakuläres. Aber irgendwie wahinsinnig wärmend, nur ein kleines Schüsselchen machte satt, zufrieden und irgendwie ein gutes Gefühl im Bauch. Mama Food. Cucina Povera. Mit einer Hand voll Graupen und ein bisschen Gemüse kriegt man sicher zehn Leute für fast kein Geld satt. Beim Nachkochen habe ich auch mal ganz bewusst auf Brühe verzichtet und nur Wasser genommen. Es funktioniert und genau so soll es sein. Einfach, vegan, leicht.

Das ist eine Sache, die man, meine ich, auch an der italienischen Küche verstehen muss. Die Leute neigen nicht zur hemmungslosen Völlerei, es gibt nie einen Berg Pasta, sondern sicher die halbe Portion von dem, was wir hier kennen. Das Gemüse kriegt seinen eigenen Auftritt und Fleisch oder Fisch auch. Alles langsam gegesen, mit Hingabe. Und mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Und oft gibt es eben wieder ganz ganz einfache Sachen, wie diese Suppe hier. Dann darf es das nächste Mal auch man wieder ein bisschen Trüffel und ein gehaltvolles Risotto sein. Die Mischung macht’s.

Und so finde ich, paast dieses Geicht nach viel Überfluss aus Weihnachten und Silvester wunderbar in diese Zeit.

Rezept

Eine Hand voll Orzo perlato in der fünffachen Menge Wasser ein paar Stunden einweichen. Ich schätze, deutsche Graupen gehen auch, wenn es nicht sogar exakt das Selbe ist…

Eine große Zwiebel und zwei Knoblauchzehen fein würfeln und in einem großen Topf in reichlich Olivenöl anschwitzen. Nacheinander und auch fein gewürfelt dazu: zwei Karotten, zwei Stangen Staudensellerie, vier Kartoffeln und eine Zucchini. Ich hatte noch ein bisschen Lauch. Wer will, kann auch ein bisschen Speck mitbraten, ich will aber ganz fleischlos bleiben.

Den Orzo zusammen mit dem Einweichwasser dazu und einmal ordentlich aufkochen, dann auf mittelniedrige Hitze runterschalten. Schon mal salzen, zwei getrocknete Peperoncini und ein Lorbeerblatt dazu und dann ca. 40 min. zugedeckt köchel, bis die Graupen weich sind. Wenn alles zu dick wird, ruhig noch Wasser dazu. Dann mit dem Kartoffelstampfer ein paar Runden in der Suppe Spazieren gehen bis alles ein bisschen dicklich gebunden ist. Dann nochmal kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren ein bisschen Olivenöl und Parmesan drauf, vielleicht ein paar in dünne Streifen geschnittene Sellerieblätter.

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2 Kommentare

  1. wolfsloeffelliste · Januar 4, 2017

    Könnte auch aus Deutschland sein.

    Gefällt 1 Person

  2. wolfsloeffelliste · Januar 5, 2017

    Lecker

    Gefällt mir

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