Venedig. Oh verdammt! Venedig!!!

Das Wort. dass mir immer wieder zu Venedig, und meinem ersten Besuch hier einfällt ist: surreal. Man hat es ja gehört und auf Bildern gesehen. Eine ganze Stadt, auf Holzpfeilern gebaut, mitten im Wasser. Ja, klar, kein Big Deal. Aber wenn Du aus dem Zug aussteigst, in dem du über die Alpen gefahren bist und aus dem Bahnhof kommst, und da ist keine Straße, sondern ein Fluss, dann glaubst du es nicht.

Die nächtliche Fahrt vom Bahnhof zum Markusplatz: absolutes, ungläubiges Staunen. Der nächste Tag, von zehn Uhr morgens bis zwölf Uhr nachts: nur auf den Beinen, ein Rausch aus tausend unglaublichen Kleinigkeiten und großen, ebenso unglaublichen Aussichten.

Am zweiten Tag, Entspannung, das Bewusstsein, einen Tag lang exzessiv alles aufgenommen zu haben. Entspanntes Schlendern. Wieder bis in die Nacht.

Mehr will ich eigentlich gar nicht schreiben, ich hab mir viel Mühe mit den Bildern gegeben. Ich hoffe, sie ziehen Euch hin. An einen der magischsten Orte, die ich in meinem Leben gesehen habe. Touristentipps gibt’s im Reiseführer, Gastro-Bewertungen auf Tripadviser, wer drauf steht. Ich hätte nur einen Tip: loslaufen, immer der Nase nach und immer nochmal um die nächste Ecke schauen. Selber finden, ist so viel besser als googeln.

To know Venice is to get lost in Venice.

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P.S.: Wer hier immer mal mitliest: mir geht nichts über Italien. Aber ich will nicht so tun, als würde ich mich da immer reibungslos durchschlängeln. Hier also meine kleine Italien-Tirade. Sonst wird man doch verrückt vor Liebe.

Italiener,

ich liebe Euch und Euer Land unsterblich. Aber eigentlich ist bei Euch Urlaub machen auch immer eine Zumutung, weil:

– Wehe dem, der außerhalb von 13:00 – 14:00 / 20:00 – 22:00 Uhr Hunger auf eine warme Mahlzeit hat. Und wenn es dann mal dich NUR eine Pasta sein soll – bitte ein bisschen entspannen! Und wo wir beim Essen sind: Die Touristen haben dazu gelernt und kennen mehr als nur Pizza, Spaghetti und Lasagne. Versteckt Eure Regionalküche nicht in der hintersten Ecke und den abgelegendsten Gässchen. Wir wollen die nämlich.

– Es mag ja kleinlich klingen, aber: Eure Toiletten sind eine Zumutung. Wer nicht aufpasst, kackt sich im Stehklo bei offener (weil kaputter) Tür im Dunkeln auf die Schuhe um dann festzustellen, dass das (sonst auch nur Pergamentpapier-starke) Klopapier alle ist. Die Würde des Menschen ist unantastbar.

– Ich weiß schon: das Touristen-Abzocken ist ein Spiel. 10 € Cappucino am Markusplatz? Kein Ding, ist Miete für den Sitzplatz. Falsche Parkwächter? Augen auf. Bunte Pasta in Penisform für 10 €? Alles cool, wer sowas kauft, ist selber Schuld. Aber lasst uns eine Chance! 5 € Copperto? 10 € Wasser? Eine Hand voll Pasta für 15 €? Wein für das achtfache vom Einkaufspreis? Wie kann man das vorhersehen? Spielen, klar. Aber bitte nicht mogeln!

Natürlich ist es am Ende auch Wurscht. Um so größer die Freude, wenn man den nächsten Espresso für 1 € an der Theke trinkt, eine richtige Mama Pasta kriegt, oder einen einfachen gegrillten Fisch und dazu einen kalten Hauswein. Wenn mann noch eine Gasse weiter läuft und ein kleines Wunder entdeckt. Und wenn man gegenseitig, mit ein paar Brocken Italienisch hier und Englisch da ein bisschen Smalltalk zusammen bringt und merkt, dass das vielleicht Schönste an Italien die Italiener sind, mit ihrer Emotionalität, ihrer Eleganz, ihrer Rohheit, ihrem Stolz, ihrem Grant und ihrer Leichtigkeit.

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