Mein Jahresrückblick. 2 von 3. Hören & Sehen.

 

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Meine top 3 Alben, Filme und Spiele in diesem Jahr. In der Hoffnung, dass es Jemanden inspiriert.

Alben

  • Tedschi Trucks Band „Made Up Mind“
    Ich steh sowieso immer mehr auf Blues. Und sowieso auf Soul. Diese US Band um den Gitarristen Derek Trucks und die Sängerin Susan Tedeschi mischt beides und gibt noch einen kräftigen Schuss American Folk und eine Prise Jazz dazu. Für mich eine unwiederstehliche Mischung, Musik, die sich einfach gut anfühlt, unglaublich grooved und atmet. Noch mehr als auf CD sind die Konzerte einfach phänomenal. In 2017 gibt’s eine Deutschlandtour, die sich keiner, der irgendwie auf handgemachte, seelevolle Musik steht entgehen lassen darf.
  • Michael Wollny & Vincent Peirani „Tandem“
    Pianist Michael Wollny und Akkordeonist Vincent Peirani mit einem Meisterwerk der motivischen Kraft, musikalischen Kommunikation und der Reduktion. Dabei klingt Piano und Akkordeon oft wie Piano und Orchester. Mit reduzierten Mitteln schaffen die Beiden großartige Räume, Bilder, Geschichten. Musik, die dem scheinbar endlosen Informations-Lärm etwas Kraftvolles entgegensetzt. Und auch die Beiden sind 2017 auf Tour. Versprochen: Es wird magisch, denn ich hab’s schon gesehen.
  • Gustavo Santoalalla „Camino“
    Man sieht ja schon, ich stell hier nicht nur Platten vor, die 2016 erschienen sind, sondern die, die mich am meisten begeistert haben. Das trifft, eigentlich seit Jahren, auf dieses Album des aus Argentinien stammenden Gitarristen und Komponisten Gustavo Santaolalla zu. Dessen Musik werden die meisten hier schon gehört haben – denn Santaolalla ist Grammy prämmierter Komponist der Musik von Filmen wie Brokeback Mountain, Babel, Amores Perros, Motorcycle Diaries und hat sogar den Videospiel-Blockbuster „The Last Of Us“ vertont. Dieses Album hier, kaum länger als eine halbe Stunde, strotzt vor Atmosphäre, lässt Landschaften entstehen und zieht einen unglaublich rein. Hauptinstrument ist die Akkustikgitarre, stilistisch irgendwo zwischen Folk, Bluegrass und Südamerika.

Spiele

  • This War of Mine – The little Ones
    Für mich war 2016 vor allem ein Jahr der großartigen Indie-Spiele. Die großen Blockbuster interessieren mich mit ihren immer gleichen Mechaniken und Stereotypen immer weniger. Kein Spiel habe ich in diesem Jahr mehr gespielt als This War Of Mine. Es zeigt den Krieg in einem fiktiven osteuropäischen Land aus der Sicht der Zivilisten. Tagsüber verbessern wir unser Versteck und erfüllen lebensnotwendige Bedürfnisse, nachts geht es raus in die gefährliche Stadt auf der Suche nach Nahrung und Hilfsmitteln. Jede Menge moralischer Dilemmas inklusive. Das Spiel ist unglaublich atmosphärisch, hat eine große erzählerische Kraft, legt seinen Fokus ganz auf Überleben ohne große Action. Und gehört für mich fast in den Politik- und Geschichtsunterricht.
  • Inside
    In diesem Puzzle-Sidescroller steuert man einen kleinen, namenlosen Jungen durch eine düstere Welt in der sonderbare Dinge vor sich gehen: Seltsame Gerätschaften, Menschen, die scheinbar ferngesteuert einem unbekannten Ziel folgen. Und militärisch anmutende andere Menschen, die uns aus irgendeinem Grund an den Fersen hängen. Die Spielwelt gibt nach und nach ihre Geheimisse frei, ganz ohne ein einziges Wort und ohne jede Film-oder Zwischensequenzen. Die künstlerische Gestaltung ist atemberaubend, die Steuerung hat man sofort kapiert und auch hier liegt der Fokus ganz auf Rätseln und Entdecken. Ein Kunstwerk.
  • Alien: Isolation
    Nun doch noch ein Blockbuster: In Alien: Isolation steuern wir die Tochter von Ellen Ripley durch eine Raumstation, auf der das, aus dem Kino bekannte Alien herumgeistert. Die Raumstation ist dann auch der eigentliche Star des Spiels. In ihrem retro-futuristischen Look und mit ihrer unglaublich dicht gestalteten Atmosphäre wirkt sie wie ein Trip zurück zu Ridley Scotts erstem Alien-Meisterwerk. Zum Fürchten gut. Das Spiel ist allerdings bockschwer und nur etwas für sehr Frust-resistente Spieler: Das alles bestimmende Alien ist unsterblich, die meiste Zeit sind wir ohne Waffen unterwegs und die Begegnung mit dem guten Tierchen ist immer tödlich. Wir müssen lauschen, uns vertstecken und das beste hoffen. Gruselig.

Filme / Serien

  • Blue Velvet
    Ich hab nicht viele Filme gesehen in diesem Jahr. Drei tolle waren aber dann doch dabei. Dieses Jahr war das große David Lynch-Nachhol-Jahr. Twin Peaks die Serie (für mich: erste Staffel großartig, zweite schwach), Twin Peaks der Film (naja…) und dann noch BLUE VELVET. Volltreffer. Für mich zusammen mit Mullholand Drive der beste Lynch Film, den ich bis jetzt gesehen habe. Spannend, mysteriös, mit Bildern wie direkt aus der Seele von Edvard Hopper. Grandiose Schauspieler. Fantastische Musik. Mehr geht eigentlich nicht.
  • Chef’s Table (Netflix)
    Die sicher Bild- und Erzähl-stärkste Filmdokumentation, die es je zum Thema (Sterne)Küche gab. Es sind die kreativien Charaktere, die diese Serie tragen, weniger mein Wunsch, auch so zu essen. Mir geht es dabei auch gar nicht zu sehr um Küche, mehr um Eigenständigkeit, Kreativität, Ergeiz, Inspiration, Ästhetik. Und die Geschichten von Leuten, die unbeirrbar ihren Weg gegangen sind und damit erfolgreich wurden. Erzählt in unglaublich schönen Bildern und einer überhaupt für das Thema beispiellos aufwändigen Produktion.
  • Fantastic Beasts and Where to Find Them
    Ein klassischer Weihnachts-Blockbuster. Aber ein guter. Die Geschichte um fantastische Kreaturen, die aus einer Parallelwelt aus Magie in unsere Welt stolpern ist wunderbar knackig erzählt, charmant gespielt und optisch brilliant gemacht. Wunderbares 3D Wohlfühl-Kino ohne all zu viel Kitsch und Zuckerguss, das einfach Spaß macht, brilliant unterhält und einen staunen lässt.

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