Ein paar Gedanken zur Polenta

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Eine Begegnung in Verona hat mich mal sehr beeidruckt. Ein älters Paar, mit dem wir dann auch sprachen, hatte keine Lust zu kochen, deshalb gingen sie essen. Es gab: einen Teller Polenta und ein paar Brocken Gorgonzola in der Mitte. Dazu ein Glas Rotwein und sonst nix. Es wäre wohl viel weniger Mühe gewesen, DAS zu Hause zu kochen, anstatt sich in ein Restaurant zu bewegen. Die beiden schätzten das aber als volle Mahlzeit. Die Polenta war übrigens nur mit Wasser gekocht. Ich merkte an, mit ein bisschen Milch würde es reichhaltiger. Gerade noch akzeptabel. Mein Vorschlag, ein paar frittierte Rosmarinnadeln auf die Polenta zu geben, wurde aber empört zurück gewiesen. Rosmanin? No, no, no-no-no-noo! Auch wenn ich immer noch meine, dass das sehr wohl geht, verstehe und bewundere ich diese Haltung zum Klaren und Puren und die Entschiedenheit, mit der dafür eingestanden wird. Typisch italienisch, sowas.

Ich mag Polenta. Das war nicht immer so. Ich mag keine pappigen, schweren, dicken gebratenen Polentastücke. Am liebsten mag ich Polenta cremig, aber nicht zu schwer / fettreich gemacht. Und einen wichtigen Unterschied habe ich bemerkt zwischen der gängigen Instant-Polenta und der „richtigen“ die wirklich lange quellen muss.

Die Unterschiede zwischen Instant und Normal sind nicht riesig, bei so einem puren Produkt aber für mich entscheidend. Am liebsten mag ich die gröbere, tief gelbe „Bramata“ Polenta. Die schmeckt intensiver nach Mais, ist auch im Kern cremig obwohl man jedes Körnchen noch minimal wahrnimmt. Wärend Instant-Polenta in 10 min. fertig ist, dauert die normale Variante mindestens 45 min., eher eine Stunde und geht so: In einem großen Topf 500 ml Vollmilch und 500 ml Wasser und 2 TL Salz aufkochen. Mit einem Holzlöffel 250 g Polenta einrühren bis die Flüssigkeit bindet und leicht zu blubbern anfängt. Dabei immer nur in eine Richtung rühren. Dann Deckel auf den Topf, Herd auf ganz kleine Hitze (max. 2 von 9) schalten, so das die Polenta nur gelegentlich ganz leicht blubb macht. Dann 40 min. in Ruhe lassen, NICHT umrühren. Polenta backt immer leicht an, entscheident ist nur, dass man die angesetzte (aber nicht verbrannte – deshalb niedrige Hitze) Masse eben nicht loskratzt. Nach 40 min. sollte die Polenta vollkommen ausgequollen sein. Die Konistenz sollte wie ein Kartoffelpüree sein. Man kann jeztzt, falls sie zu fest sein sollte, noch Wasser oder Milch einrühren, aber die muss unbedingt heiß sein, sonst klumpt alles. In die fertige Polenta ein Stück Butter und eine Hand voll Parmesan einrühren, nach Laune auch ein bisschen Muskat.

Jetzt passt die zu vielen Dingen: Perfekt für Schmorgerichte mit viel Soße, wie hier mein Coq au vin (hier das Rezept), Rinderbacken, Beinscheiben, Beuf Bourgignon… Aber auch super zu geschmortem Gemüse wie hier mit ein paar Zucchnischeiben, Oliven, Ziegenkäse und Tomaten. Oder man füllt die Polenta in Gemüse wie Tomaten, Pilze, Zucchini, Paprika und überbäckt sie ein bisschen mit Parmesan im Ofen.

Oder man macht es, wie das ältere Paar in Verona: Ein Teller Polenta, ein paar Brocken Gorgonzola, ein Glässchen Wein und gut.

Wärend andere Leute aus Italien in der Regel vor allem Wein mitbringen, mach ich mit den Kofferraum immer voll mit Polenta, Semola di grano duro und Risottoreis. Ich bin einfach überzeugt, die Sachen sind besser. Und viel günstiger allemal….

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