Trost aus der Küche

spinariso

Ich finde, das tröstendste Gericht, das ist gibt, ist ein Risotto. Im Sinne von: vorher gings schlecht, hinterher viel besser. Es ist im Grunde kinderleicht zu machen, aber man muss dabei bleiben, sich nur der Zubereitung widmen und die ist doch so stressfrei, dass man das immer hinkriegt. Und am Ende ist es so rund und einfach und umami, dass man nicht genug davon kriegt und nicht dazu braucht.

Was mich überhaupt am Reis fasziniert: die halbe Welt lebt davon. Und aus einer Hand voll ungenießbarer Körner kriegst du mit ein bisschen Arbeit genug Essen für zwei. Ich meine, so haben sich die Menschen vor ein- zweitausend Jahren auch schon ernährt. Sehr natürlich, so scheint mir.

Ich mach Risotto heute am liebsten in einer großen Pfanne. Reichlich Olivenöl, dann zwei Hand voll Risottoreis dazu (der liebste für mich definitiv: Carnaroli, weil mit den besten „al dente“ Eigenschaften). Gut anbraten, 1 feinstens geschnittene Schalotte und Knoblauchzehe dazu und auch mitschwitzen lassen. Dann riecht es schon gut, nach frischem Brot, Knoblauch, Zwiebeln. Dann mit eine kräftigen Schuss Weißwein ablöschen. Und gleicht riecht’s noch besser. Eine Nase nehmen und man ist direkt besser drauf. Wenn der Weißwein einreduziert ist, kommen zwei Kellen Brühe drauf, dann Hitze runterschalten, immer wieder rühren,  bis die Brühe weg ist. Das so lange wiederholen, bis der Reis gar ist, aber noch Biss hat. Wie Spaghetti al dente. Jetzt, für dieses Rezept: eine Hand voll TK Spinat-Pellets und ca. 100 Gorgonzola dazu geben. So lange weiter unter Rühren ziehen lassen, bis der Spinat sich aufgelöst hat. Dann Pfanne vom Herd, 1 großes Stück Butter, ein ebensolches Stück geriebenen Parmesan und reichlich frisch gemahlenen Pfeffer dazu und nochmal KRÄFTIG umrühren. Risotto sollte als Gesamtes cremig sein, aber jedes einzelne Korn noch al dente. Wenn das nicht gleich klappt, egal, schmecken tut’s trotzdem.

Eigentlich ist das ja eine klassische Vorspeise. Ich hab aber auch viele Italiener in einer Trattoria einfach nur eine Pasta essen sehen. Man soll es also nicht so ernst nehmen. Für mich taugt ein Risotto locker zum Hauptgericht. Viel dazu geht nicht. Bestenfalls ein Salat. Sicher will ich dieses Gericht nicht zur Beilage degradieren. Einfach aus Respekt zum Produkt. Mit zwei Ausnahmen: Beinscheibe und Rinderbacke. Zusammen mit Safranrisotto die ultimative, dekadente Sauerei. Muss ich bald mal wieder machen, aber dazu müsste es kälter draußen sein und 1-2 Leute kommen, die WIRKLICH Bock drauf hätten. Geh mir bloß weg mit Rinderfilet und Gänseleber.

küche

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