Erweckung

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Wird gar nicht zäh und gummiartig – is klar. Gaanz einfach zu machen – vielleicht, wenn man Grieche ist und Spaß dran hat, die Dinger ein paar Stunden auf Steine zu hauen. Schmeckt überhaupt nicht fischig – jaja, Fisch, der nicht nach Fisch schmeckt. Aaalso: ich hab ein paar Mal langweiligen Oktopus gegessen. Selbst gemacht hab ich ihn aus den oben genannten Bedenken und ob seiner bisherigen Langweiligkeit noch nie. Aber irgendwie wollte ich heute was zu tun, dachte, ich hake das Ding mal eben ab. Und dann (sorry): Bämmm! (oder wie schreibt man das?)

Ich hatte zweimal Schiss: Das erste Mal, als ich das Teil in der Hand hatte und den Schnabel (das Maul) rauspopeln musste. Das zweite Mal, als er gekocht vor mir lag und ich ein Scheibchen abgeschnitten hatte, um zu probieren, ob das Ding denn genießbar ist. Das Ding WAR nicht nur genießbar, es war absolut köstlich. Weich, aber mit ein bisschen Biss, fst mürbe, Hühnchen-artig, mit ähnlichem Geschmack, NULL Fisch, saftig. Eigentlich hätte ich ein bisschen Zitrone, Salz, Pfeffer und Olivenöl draufgeben und das Ding so wie es war essen können. In diesem, in dukler Erinnerung so schon mal bei Tim Mälzer gesehenen Rezept war es göttlich. Nicht so ein schlapper Fisch, sondern richtig deftig und absolut rund. Ich steh eh auf Fisch mit Bratkartoffel, auch Jakobsmuscheln oder Garnelen. Ruhig auch mit ein bisschen Speck. Viel lieber, als mit neutral gekochtem Reis und Mandelbrokkoli oder so einem Scheiß. Aber ich schweife ab.

Rezept – Pulpo-Gröstl mit Zitronenmajo

Einen frischen (oder aufgetauten gefrorenen) Pulpo gründlich waschen, nachsehen, ob im „Kopf“ noch irgendwelcher Schlabberkram drin ist. Dann das Maul (die Öffnung auf der Unterseite) am Rand leicht einschneiden und den harten „Schnabel“ herausdrücken. Einen Topf mit heißem Wasser 2 in Scheiben geschnittene Knoblauchzehen, ein paar Scheiben Ingwer und ein bisschen Chilli geben und reichlich salzen (ich schätze, es geht aber auch einfach nur mit Salzwasser). Pulpo rein, Deckel drauf und dann nur ziehen lassen (also ganz leicht welliges Wasser, nicht blubbern oder sprudeln). Dann das Ding kochen, bis es weich ist. Ich hatte einen kleinen Pulpo, ca. 400 g und der war nach knapp 1 1/2 h perfekt. Schätze also, bei großen Teilen, könnten es auch 2-3 Stunden werden. Pulpo ist fertig, wenn sich ein Zahnstocher an einer dicken Stelle ziemlich leicht einstechen lässt und ohne viel Widerstand auch wieder raus geht. Parallel zum Pulpo Kartoffeln kochen. Beides abgießen und ein bisschen auskühlen lassen.

Karoffeln vierteln, in eine Pfanne mit Olivenöl und Kräutern nach Laune. Salzen, pfeffern und bei mittelhoher Hitze langsam und unter wenig Bewegung goldbraun braten.  GANZ am Schluss vor dem Servieren entweder eine Hand voll Queller (knackige, salzige Algen, gibt es manchmal im Fischgeschäft) oder eine fein geschnittene Frühlingszwiebel dazu.

Parallel Pulpo in mundgerechte Stücke schneiden, in einer zweiten Pfanne mit Olivenöl, Knoblauch und Chilli ein bisschen anbraten. Salzen, pfeffern.Bevor der Knoblauch bräunt, mit einem kleinen Schluck Weißwein angießen und einkochen lassen. Nochmal mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft (und vielleicht ein bisschen Zitonenschale) abschmecken und beiseite stellen.

Für die Majo ein sehr frisches, ganzes Ei in einen hohen, schmalen Mixbecher geben, 1 EL scharfen Senf, den Abrieb einer ganzen Zitrone, Salz, ein bisschen Chilli und 200 ml neutrales Öl (KEIN Olivenöl – wird ungenießbar bitter) dazu und mit dem Mixstab einmal aufmixen. Sollte sofort binden. Dann den Saft 1/2 Zitrone und nach Laune ein paar EL Joghurt oder jetzt ein bisschen Olivenöl dazu. Ich hatte noch eine Messerspitze Currypulver. Nochmal mit Salz abschmecken. Wer es kräftig mag, gibt anstatt der Zitronenschale vor dem Pürieren 1-2 Knoblauchzehen dazu und hat dann eine Aioli. Mir ist das aber mit dem zarten Aroma vom Pulpo zu viel.

Alles zusammen anrichten. Gibt’s GARANTIERT wieder.

 

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