Bratkartoffeln, grundsätzlich

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Ich meine, zwei der schwierigsten Gerichte der deutschen Küche sind Kartoffelsalat und Bratkartoffeln. Ohne Quatsch. Hier meine Gedanken zu Letzteren, der Kartoffelsalat kommt auch bald dran.

Warum diese Dinge so schwierig sind? JEDER von uns hat sie tausendfach gegessen, meistens gibt es eine ganz bestimmte Art, wie wir sie mögen, meist irgendwie aus der Familie. Und man kann wirklich viel falsch machen: zu ölig, roh, schlabberig, verbrannt, lasch, trocken….

Hier also mein Senf: Ich mag Bratkartoffeln, die zwar Farbe haben, aber trotzdem noch etwas saftig sind. Also keine Pommes in Scheibenform. Dazu festkochende Kartoffeln in der Schale mit sehr viel Biss kochen, pellen und über Nacht komplett auskühlen lassen.

Dann in gleichmäßige, 5 mm dicke Scheiben schneiden. In einer möglichst schweren, beschichteten Pfanne ca. 4 EL hocherhitzbares Öl oder Butterschmalz heiß werden lassen. Kartoffelscheiben dazu, nicht zu viele, sonst lieber in zwei Pfannen braten. Kräftig salzen. Das wichtigste jetzt, Kartoffeln möglichst selten wenden, vor allem am Anfang. Und immer schön am brutzeln (!) halten. Brutzeln heißt – leichtes Knistern. Nicht kochen, aber auch nicht wie verrückt braten lassen. Dazu ruhig auf voller Hitze anfangen (die Kartoffeln sind kalt und kühlen die Pfanne sofort ab) und dann so auf 2/3 Hitze langsam weiter laufen lassen. Und LIEGEN LASSEN. Max. alle fünf Minuten wenden. Am Anfang kann man gleich ein bisschen Rosmarin dazu geben.

Wer Speck und / oder Zwiebeln mag, brät die am besten separat und gibt sie erst in den letzten fünf Minuten dazu. Ebenso ggf. fein geschnittene, rohe Frühlingszwiebeln. Die letzten fünf Minuten kann man auch nochmal volle Hitze geben und unter Schwenken die Kartoffeln zu Ende bräunen.

In den letzten fünf Minuten könnte man auch noch dazu geben: gebratene Pilze, gebratenes, ausgedrücktes Bratwurstbrät, vorgegarte Gemüse nach Laune, Räucherforelle, 1 rohes, aufgeschlagenes Ei, frischen Schnittlauch, Kasslerwürfel, kalten, in Stücke geschnittenen Braten, in scheiben geschnittene, vorgegaarte Würste…. So wird aus Bratkartoffeln eine wunderbare Resteverwertung namens „Gröstl“, zusammen mit einem Kraut- oder Kopfsalat eine himmlische Mahlzeit.

3 Kommentare

  1. Casa Selvanegra · Mai 1, 2016

    Ich mag sie auch knusprig und matschig
    xo & liebste Grüße, Sina

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  2. michagottfried · Mai 17, 2016

    heyhey! Mein erster Kommentar. Toll! Danke und liebste Grüße.

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  3. Pingback: Hamburger Pannfisch | musikgeschmack

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