Rote Bete chique

 

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Ich war überhaupt erst einmal in einem Sternerestaurant. Was sich dann anfühle, als würde in einer schlechten Comedy Sendung ein Sketch aufgeführt, der die üblichen Sternerestaurant-Klischees abfeiert. Nicht, das das überall so sein muss.

Naja, jedenfalls definiert sich meine Sterneküchen-Erfahrung ehr durch das Beobachten, Lesen, Kochsendungen, Blogs, Dokus. Die interessieren mich immer. Aktuell auffällig: inzwischen ist wohl jeder Hummer gegessen, jede Stopfleber gestopft, alle Kaviardösschen sind hundertfach ausgelöffelt. Jetzt scheint die Sterneküche heiß auf Steckrüben, Linsen und: Rote Bete. Ich verstehe das. Denn ich bin überzeugt, dass ein einfaches, günstiges Produkt bester Qualität genauso toll ist, wie ein ganz seltenes, nobles, teueres. Es kommt nur auf die Abwechslung an. Wäre einmal im Jahr statt Spargelzeit nun Karottenzeit, die Leute würden sich dann halt dafür die Rübe einschlagen.
Aber ich schweife ab. Rote Bete = grandios, die etwas aufwändigere Zubereitung wie hier im Ofen und ein leicht dekandenter, aber nicht überdrehter Auftritt (also BLOß keinen Trüffel drüberhobeln oder so einen Scheiß!) scheinen mir angemessen und die Mühe wert.

Rezept: Rote Bete aus dem Ofen mit Hüttenkäse-Dressing und Kartoffelcroutons.

Wichtig beim Rote Bete-Einkauf: in der Saison unbedingt die frische, keine Lagerware. Wenn noch Blätter dran sind, super! Generell ehr die kleinen, festen.

Gründlich waschen, Strunkansatz und Wurzel ab. Ein Blatt Backpapier unter dem Wasserhahn zusammenknüllen und wieder auffalten. Auf ein Backblech, die ganze Rote Bete drauf, richtig kräftig Salz und ein bisschen Öl drauf, dann zweites nasses Backpapier drauf und zu einem Päckchen zusammen. Im Backofen je nach Größe der Roten Bete gut 1 1/2 Stunden bei 200 Grand Umluft backen bis diese gut weich sind. Lieber ein bisschen zu lang, zu viel Biss find ich da furchtbar.

Mit einem kleinen, spitzen Messer kann man das gut testen. Dann kurz etwas abkühlen lassen, Schale dünn abschaben, vierteln oder achteln und in einer Schüssel mit reichlich Balsamico, Olivenöl, Pfeffer, Salz, ein bisschen getr.. Chili, braunem Zucker und gemörsertem, vorher leicht ohne Fett angerösteten Koriandersamen gut vermischen. Das Ganze sollte würzig und gut süß-sauer sein, aber die Rote Beete nicht plattmachen. Lauwarm servieren. Schmeckt aber auch kalt.

Ich hatte hier ein paar knusprig gebratene Kartoffelwürfel und ein ganz einfaches Dressing aus Hüttenkäse, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer und ein paar wenigen Kräutern dazu.

Ein Stück Fisch würde toll passen. Vielleicht Forelle. Und ein bisschen frisch geriebener Meerettich. Oder statt Hüttenkäse Ziegenkäse, Ziegenricotta etc.. Aber mehr wirklich nicht.

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