Koch dich thüringisch: Rostbrätel

12347924_10204174786523380_6485299464018809667_n

Wer aus meiner, inzwischen fernen, Südthüringer Heimat-Ecke kommt, dem wird man nicht erklären müssen, was ein Rostbrätel ist, oder wie man eins produziert. Bei allen anderen meine ich, herrscht da Nachholebedarf.

Was dem Schwaben sein Zwiebelrostbraten, das dem Thüringer das Rostbrätel. Und ich meine, obgleich letzteres deutlich günstiger ist, ist beides absolut gleich gut. Am besten geht das vom Holzkohlegrill.

Oder wie hier in der Indoor-Variante:

Schweinenacken (den besten, den man kriegen kann – ist kein teures Stück, deshalb ist Superqualität immer noch günstig) gegen die Faser in 2 cm dicke Steaks schneiden und in einen verschließbaren Behälter geben. Mit REICHLICH ehr mildem / mittelscharfem Senf vermengen (hier taugt der komische Bornsenf schon), REICHLICH in feine Ringe geschnittene Zwiebeln dazu und mit hellem, nicht zu bitterem Bier begießen (vielleicht knapp bedeckt). Nochmal ein bisschen kneten. An dem Punkt können noch Paprikapulver, Kümmel, ein bisschen Knoblauch, Salz, Pfeffer dazu, ich lass das aber alles weg. Jeder, wie er mag. Behälter verschließen und 24 h im Kühlschrank durchziehen lassen. Wer dran denkt, immer mal ein bisschen wenden.

Eine Stunde vor dem Braten Steaks aus dem Kühlschrank, aus der Marinade nehmen, mit Küchenpapier trockentupfen, von anklebenden Zwiebeln befreien und alle Zwiebeln in einem Sieb vom Sud abtropfen und in einer Pfanne mit ein bisschen Butter, Pfeffer und Salz langsam weich und braun schmoren. Parallel die Steaks salzen + pfeffen, in einer sehr heißen Pfanne mit wenig Öl scharf anbraten und auf mittlerer Hitze zu Ende braten. Dabei am besten nur einmal wenden und sonst einfach liegen / in Ruhe lassen, damit die Dinger Farbe kriegen. Wichtig: Pfanne groß genug, möglichst schwer und am Anfang richtig heiß. Kurz vor Ende die Zwiebeln mit den Steaks mitschwenken. Feddich.

Manche Leute machen Bratkartoffeln dazu. Ich mag das am liebsten ganz pur auf einer Scheibe geröstetem, mit Senf bestrichenem Bauernbrot. Und nix dazu. Nur ein Bier. Der Geschmack ist sehr eigen, kräftig nach Bier und Senf. Heimatgefühle. Ausnahmsweise sogar mal positive.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s