Kurz geschmorter zwiebelrostbraten

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Das hier war ein Experiment zur Frage, ob man ein Steak auch schmoren kann, wie lange es dauert, bis es weich wird und wie es schmeckt. Erstaunlich: Es dauert, richtig präpariert, vielleicht 20 Minuten, wird ganz mürbe und zart und schmeckt wirklich gut. Für alle, die wie ich zart geschmortes Fleisch mit kräftiger Soße jedem kurzgebraten Stück vorziehen, und für so etwas mal keine drei Stunden warten wollen ist das hier eine echte Versuchung.

Crostini mit geschmortem Chicorée und Apfel

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Manche Produkte vergisst man einfach, oder man weiss nichts mit ihnen anfangen, oder man hat irgendwie schlechte Erinnerungen an sie. Ich glaube, mit Chicorée geht es vielen Leuten so. Es gibt ihn, aber keiner isst ihn. Und wenn, dann irgendwie roh, so als Gesund-Kost. So wie hier, geschmort, mit ein bisschen Butter und Zucker oder Honig, frischem Pfeffer und Apfelwürfeln ist er einfach der Hammer, als schnelles Abendessen oder, in kleinerer Portion als Vorspeise, die mit ihren schönen Bitterstoffen Appetit auf mehr macht.

Getrüffelte Kürbisgnocchi

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Wenn man, statt „mit Trüffeln“ auf einer Speisenkarte den Begriff „getrüffelt“ liest, kann man sich relativ sicher sein, das Chemie im Spiel ist, besonders, wenn das Gericht um die 20 Euro kostet. Dialog beim Stammitaliener: „Eeeeh Signore, ik maake dir große Teller Pasta mitte de Truffel obendraufe. Speziale!“ Zehn Minuten später riecht man das Gericht schon, wenn es aus der Küche kommt, meist mit Trüffelöl, und ein paar geschmacksarmen Scheibchen Sommertrüffel. Trüffelöl ist reine Chemie, es ist im Basisprodukt kein Gramm Trüffel enthalten. Und alle Trüffelprodukte, die den Begriff „Aroma“ in der Zutatenliste führen, enthalten das Zeug und ich würde die Finger von ihnen lassen. In meinem Lieblingsladen Frischeparadies (kleine, feine Kette) und sicher auch in manchem italienischen Delikatessengeschäft gibt es aber Peccorino, mit schwarzem Trüffel und ohne Chemie. Ein 250 Gramm Stück kostet 15 Euro und damit kann man locker Pasta, Risotto oder, wie hier, Gnocchi für vier machen, und zusammen ein bisschen puren, natürlichen Luxus erleben, ganz ohne „Aroma“.

Dötsch.

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Dötsch. Dieses Wort sollte man eigentlich erstmal wirken lassen. Es ist der Name eines Gerichts aus meiner Heimat Thüringen, ein ganz spezieller Heringssalat, der bei uns traditionell am 24.12. gegessen wurde, und zwar NUR dann. Die Zubereitung oblag meinem Großvater und das Gericht verkörpert für mich den Geschmack von Weihnachten mehr als Gänsebraten und Lebkuchen. Ich wollte das hier schon ganz lange mal bringen, denn ich glaube nicht, dass es viele kennen, aber es ist wirklich ganz großartig, perfekt in der kalten Zeit aber wirklich zu schade, um es nur an Weihnachten zu essen. Besonders ist die Kombination von Fisch und Fleisch, der Geschmack ist leicht, würzig, säuerlich, fruchtig und wunderbar erfrischend. Kein Vergleich zum süß-sauren Majonaisse-Alptraum, der einem normalerweise als Heringssalat angedreht wird. Zu dem kühlen Salat dann noch schöne, mehlige Pellkartoffeln mit ein bisschen Butter und Salz. Mehr geht nicht.

Winterpasta: Orecchiette con lenticchie

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Ja, schon wieder Linsen, aber so gut, dass ich drüber schreiben muss. Ich weiss gar nicht, ob das so ganz genau wirklich ein italienisches Gericht ist. Aber die Kombination aus Linsen und Pasta ist ein klassische, ja auch bei uns in Deutschland in Form von Linsen mit Spätzle. Das hier hat ein bisschen mehr Biss und eine etwas frischere Würzung. Und wärmt und schmeckt einfach umwerfend.