Saugute Zucchini-Lasagne

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Ich kann mich noch ganz genau an meine erste Lasagne erinnern. Ich war vielleicht zehn, mit Papa auf Gran Canaria, unsere erste Flugreise. Und die Lasagne gab es am späten Abend im Stehen an einem Imbisstand. Und sie war absolut himmlisch, ich sehe die ganze Szene heute noch vor mir. Am liebsten mag ich Lasagne dann auch ganz klassisch mit Bolo. Veggie kam bis jetzt nie so richtig mit. Bis jetzt, denn, auch wenn es erstmal banal klingt: Diese Zucchini-Variante war einfach perfekt.

Angriff der zehnbeinigen Jogger

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Münchner Speckgürtel, Ende Januar. Trüb, feucht. Ich wollte mal raus, aber habe auch unterirdische Laune. Schlecht geschlafen, die bequeme Hose ist in der Wäsche, die aktuelle zwickt am Bund, mein T-Shirt ist auch zu kurz. Mir ist warm und kalt zugleich. Ich fühle mich wie grobe Leberwurst in einen Wintermantel gestopft. Das „Naherholungsgebiet“ liegt am Rand eines hässlichen Trabanten-Kaffs aus dessen Schachtel-ähnlichen Legebatterien die armen Würstchen tagtäglich in die Agenturen und Kanzleien pendeln um sich die ab 2000 € warm im bayrischen Plattenbau leisten zu können.

Gedämpfter Seidentofu

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Was für ein wunderbar leichtes, zartes, geschmackvolles Mittagessen: Seidentofu, für fünf Minuten in einem Bambuskörbchen über heißem Wasser gedämpft. Dressing: 5 EL helle, 1 TL dunkle Sojasoße, 1 TL Zucker, 1 TL Essig. Und obendrauf ein bisschen angeschwitzten Knoblauch und Frühlingszwiebel. Dazu: Grüne Bohnen und Paprika aus dem Wok. Und natürlich Reis. Schmeckt toll und fühlt sich ebenso an.

Grilli

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Schon wieder haben wir die Sonne verpasst. Naja, Sonne ist relativ. Zwischen sieben Uhr morgens und ein Uhr nachmittags wird es ein bisschen schummerig hell. Ein Uhr nachmittags – eine gute Zeit zum Frühstücken. Dann ist es schon wieder fast dunkel. Der Winter, er zieht sich. Ich bin nur eine Woche hier. Weihnachten war wunderbar. Dunkel, ja. Aber warm und leuchtend. Jetzt sitzen wir im gut beheizten Wohnzimmer, hinter den großen Scheiben liegt der Fluss in der Dunkelheit. Wir haben alle alten Simpsons VHS Kassetten durch. Mehrfach. Draußen sind es locker minus 20 Grad. Eher minus 25. Egal wieviele Schichten Klamotten man anzieht, die Kälte kriecht bald hindurch. Kälter als kalt. Der Schnee knirscht wie Mehl unter den Füßen. Wenn man zu tief einatmet, muss man husten. Finnland im Winter, das ist nichts für Weicheier. Die Menschen haben gelernt, alleine zu sein. Eine der größten Unhöflichkeiten, die man einem Finnen antun kann: Ihm oder ihr übermäßig auf die Pelle zu rücken.

Sonntags-Ragù

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Fragt man Italiener nach ihrer Henkersmahlzeit, kommt fast sicher: Ragù. Ich kann das verstehen. Es ist einfach eines der besten und zugleich einfachsten Gerichte, die es so gibt. Bei mir: Schön durchwachsenes Rindfleisch und Schweinerippchen mit ein bisschen Wurzelgemüse angebraten, Tomaten und Fleischbrühe dazu und vielleicht vier Stunden bei 80-100 im Ofen vergessen. Fleisch zerzupfen, Soße noch ein bisschen reduzieren. Mit Pasta mischen, Parmesan, Olivenöl und frischen Pfeffer drüber und gut iss.

Mein erstes Brot

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Manchmal ist der Blog auch Notizbuch für mich. Wenn ich es schon aufschreibe, warum nicht hier. Man muss jetzt aber keine Backrezepte von mir zurate ziehen, ich fange ja gerade erst an. Aber ich bin schon sehr beglückt. Ich dachte immer Brot Backen sei so eine Wissenschaft. Doch das hat, mit lächerlichen Aufwand sofort richtig, richtig gut geklappt. Also hier das Rezept für Dinkelvollkornbrot ohne Sauerteig und Gehzeit, mit ein bisschen Gewürz. In einer Stunde komplett fertig…

Lasst. Es. Raus.

fühlen

Ich habe einen Proberaum in einem Komplex im Münchner Westen. Es ist einer von vielleicht 50 in dem Gebäude neben den Bahngleisen. Immer wenn ich komme und gehe, höre ich das, was durch die Türen wummert. Blastbeats, Elektro, Metal, Bebop Lines, richtiger Noise und richtig guter Kram. Über allem wabern die Gras-Wolken. Mich macht das alles so glücklich. Ich hab mein Leben lang an solchen Orten rumgehangen. Sie fühlen sich vertraut und gut an. Orte des Man-Selbst-Seins, des Austobens, des Träumens. Für mich sind alle meine Nachbar*innen Stars. Egal, wie gut oder wie frisch. Ich glaube, analog und non-verbal einfach rauszulassen, was in uns drin ist, ist ein großes Glück. Und im Moment rettet es mir ein Stück weit den Verstand.